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Di, 07.02.2012
pte20100217015 Handel/Dienstleistungen, Politik/Recht
Imagepolitur: Lidl will Mindestlohn umsetzen
Skandalträchtiger Einzelhändler reagiert auf Dumping-Vorwürfe
Hamburg/Berlin (pte015/17.02.2010/11:25) - Erst vor wenigen Wochen waren zu wiederholtem Male Vorwürfe gegen deutsche Einzelhandelsketten wegen schlechter Arbeitsbedingungen und Lohndumping laut geworden. Ausgerechnet der skandalträchtige Discounter Lidl plädiert nun für die Einführung eines Mindestlohns in der Branche. Neben der Bespitzelung von Mitarbeitern wurden dem Konzern in den vergangenen Jahren so manche Vorwürfe gemacht, die bis zu einem Einkaufs-Boykott durch die Verbraucher führten (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090209026/). Experten orten in dem Vorstoß nun eine Imagekampagne. Mindestlohn schwer umzusetzen "Der Einzelhandel und gerade die Discounter sind für unwürdige Bedingungen und niedrige Gehälter bekannt", meint eine Arbeitsrechtsexpertin gegenüber pressetext. Lidls Vorstoß sei überraschend. Die Kette müsse es ernst meinen, fordern Arbeitnehmervertreter. Dann sei die Ankündigung, "sich für einen Branchenmindestlohn im Handel stark zu machen, prinzipiell zu begrüßen", wird ver.di-Bundesvorsitzende Margret Mönig-Raane von der Financial Times Deutschland zitiert. Diesen in der Branche durchzusetzen, könnte aber schwierig werden. Zumindest beim Handelsriesen Metro stößt man mit dem Vorschlag auf wenig Gegenliebe. Höhe undefiniert "Wir sind offen für eine tarifliche Festlegung, aber strikt gegen staatliche Mindestlöhne", heißt es von Metro. Klaus Gehrig, Chef der Lidl-Mutter Schwarz Unternehmenstreuhand, hatte in einem offenen Schreiben an den Bremer Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel hingegen versichert, die Auffassung zu teilen, "dass im Einzelhandel unbedingt Mindestlöhne eingeführt werden müssen". So könne Lohndumping unterbunden werden. Der Brief wurde gleichzeitig mehreren Redaktionen zugespielt. "Das Unternehmen braucht dringend gute Nachrichten", schreibt die FTD. Von einer Einigung sei man aber noch weit entfernt. Zudem bleibt offen, wie hoch ein möglicher Mindestlohn schlussendlich festgelegt würde. Die Einzelhändler würden wohl darauf achten, dass ein festgelegter Branchenmindestlohn so niedrig ausfällt, dass er die Entstehung von Arbeitsplätzen nicht gefährdet. (Ende)
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