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Fr, 10.02.2012
pte20100204023 Unternehmen/Finanzen, Umwelt/Energie
Schlechte Zahlen: Shell setzt Talfahrt weiter fort
Probleme mit Rebellen bewirken Teilrückzug aus Nigeria
London/Wien (pte023/04.02.2010/11:10) - Der niederländisch-britische Ölriese Royal Dutch Shell http://shell.com hat die wirtschaftliche Talfahrt gegen Ende des abgelaufenen Geschäftsjahrs beschleunigt. Eigenen Angaben nach ist der Gewinn im vierten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 75 Prozent auf 1,2 Mrd. Dollar geschrumpft. Wie das Unternehmen heute, Donnerstag, bekannt gab, bedeutet dieses verhaltene Ergebnis auf das Gesamtjahr betrachtet eine Verringerung des Überschusses um 69 Prozent auf 9,8 Mrd. Dollar. Die Börse reagiert verkatert mit fallenden Shell-Kursen. Rentabilität durch Sparkurs Vor allem das Raffinerie- und Tankstellengeschäft bereitet der Londoner Management-Spitze derzeit Kopfzerbrechen. Hinzu kommen Branchenkreisen nach Probleme im Gasgeschäft. Die Führung des Konzerns hält jedoch weiter daran fest, die Quartalsdividende im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 0,42 Dollar zu steigern. Erreicht werden soll dies nicht zuletzt durch einen Einsparkurs. Im Rahmen der Vorhaben sollen weitere 1.000 Stellen abgebaut werden. Erst im vergangenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen fast 5.000 Jobs gestrichen. Shell hat mit seinem radikalen Sparkurs allein im vergangenen Quartal laut CEO Peter Voser die Cash-Kosten um eine weitere Mrd. Dollar gedrückt. Auf das Jahr hochgerechnet konnten eigenen Angaben nach zwei Mrd. Dollar Einsparungen erzielt werden. Für dieses Jahr sollen weitere Einschnitte folgen. Auf diese Weise will das Unternehmen "mindestens" noch einmal eine Mrd. Dollar einsparen. Ob diese Maßnahmen die Effizienz steigern, bleibt abzuwarten. Teilrückzug aus Nigeria umgesetzt "Hohe Kosten für aufwendige Förderungen vor allem in schwer zu erschließenden Regionen sind angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Krise längst nicht nur für Shell, sondern für die Ölkonzerne generell ein Problem", unterstreicht David Wech, Head of Energy Studies bei JBC Energy http://jbcenergy.com , im Gespräch mit pressetext. Dem Branchenkenner zufolge belasten auch Unruhen in Förderländern immer wieder das Geschäft. "Nigeria ist ein Beispiel dafür. Weil noch kein Durchbruch erzielt wurde, ist das tägliche Business mühsam", so Wech. Unterdessen hat der Ölgigant seinen Teilrückzug aus Nigeria angekündigt, nachdem Rebellen, die sich als "Movement for the Emancipation of the Niger Delta" bezeichnen, im Niger-Delta einen vereinbarten Waffenstillstand gebrochen hatten. Daraufhin hat man Förderlizenzen im Nordwesten des erdölreichen Staates an ein einheimisches Konsortium veräußert (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080430002/). Vom Verkauf sind Shell zufolge rund 30 Förderanlagen mit einer täglichen Förderkapazität von rund 50.000 Barrel Erdöl betroffen. (Ende)
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