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Do, 09.02.2012
pte20091119003 Forschung/Technologie, Medien/Kommunikation
Petition fordert Gratis-Wissenschaftsliteratur
Preis-Leistungs-Verhältnis der Fachverlage in Kritik
Heidelberg (pte003/19.11.2009/06:10) - Ein aktuelles Volksbegehren sorgt dafür, dass der freie Zugang zu wissenschaftlichen Forschungen wieder in Diskussion kommt. Lars Fischer, Blogger bei Wissenslogs http://www.wissenslogs.de , fordert den kostenlosen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen für alle Bürger, besonders wenn die Forschung mit öffentlichen Geldern gefördert wurde. "Der Steuerzahler soll nicht zweimal für dieselbe Forschung bezahlen", so Fischer im pressetext-Interview. Ein zentraler Punkt der Kritik Fischers ist das Verhältnis der Preise für Fachzeitschriften zur Leistung ihrer Verlage. Denn würden sich die Abopreise mitunter im fünfstelligen Eurobereich bewegen, erhielten die Autoren nicht davon. "Die Wissenschaftler erledigen Forschung, Niederschrift und Korrekturlesen selbst, zahlen etwa für Farbdarstellungen sogar noch Gebühren und liefern alle Rechte ab. Der Verlag hat es somit sehr angenehm: Bis zum Einreichen der Forschung erbringt er gar keine Leistungen und kassiert daraufhin, während die Wissenschaftler oft in Finanznöten stecken." Google Books kein richtiger Weg Die im Begehren angestrebte Änderung sieht keinen Wandel des gesamten Systems vor, sondern den Verbleib des Urheberrechts bei den Autoren. "Die Wissenschaftler hätten somit das Recht, ihre Forschungen auch auf ihrer eigenen Homepage zu veröffentlichen. Zudem würde die Einrichtung eines zentralen Repositoriums sinnvoll sein, in dem die Arbeiten gesammelt und wiedergefunden werden", so Fischer. Beispielhaft sei diesbezüglich das US-amerikanische National Institute of Health http://www.nih.gov , das seine Forschungen online frei zur Verfügung stellt. Klar absetzen will sich der Wissenschaftsblogger mit seiner Petition von ähnlichen Vorstößen durch Google. "Google Books ist teilweise sehr problematisch, da es von den Autoren zumindest einen Teil der Urheberrechte nimmt. Ein tatsächlicher Open Access geht den genau umgekehrten Weg und belässt die Rechte bei den Autoren", so Fischer. Nicht zu leugnen sei allerdings die Rolle, die Suchmaschinen in der Wissenschaft innehaben. "Wissenschaftler wollen finden und gefunden werden." Der Bedarf an Open Access sei groß, wofür die Public Library of Science http://www.plos.org ein Positivbeispiel liefern könne. Rasche Wirkung von Twitter und Blogs Die ersten 7.000 Unterstützer der Petition seien vor allem direkt durch das Blognetzwerk und Twitter eingegangen, derzeit kratzt man an der 11.000er-Marke. "Der Hinweis wurde aufgegriffen und rasch über Mundpropaganda weiterverbreitet. Es ging ganz nach dem Vorbild der Petition gegen Internet-Sperren, die gewissermaßen der Urknall aller deutschen Online-Petitionen war." Das aktuelle Begehren sei insofern anders, als seine Ursprünge nicht in der Online-Bewegung selbst, sondern in der Wissenschaft seien. Sollte sie es vor den Ausschuss schaffen, würden in erster Linie institutionelle Unterstützer wie etwa die Deutsche Forschungsgesellschaft ins Gewicht fallen. Link zur Petition: http://www.oapetition.de (Ende)
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