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pte20091118027 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Anlegerschock: Immobilienfonds erneut geschlossen
Degi International wieder dicht - Herber Rückschlag für Branche
Frankfurt (pte027/18.11.2009/13:45) - Die Fondsmanager der Gesellschaft Aberdeen haben den offenen Immobilienfonds Degi International erneut geschlossen. Wie der Anbieter mitteilt, wurde die Rücknahme von Anteilsscheinen zum zweiten Mal seit Ausbruch der Krise wegen massenhafter Mittelabflüsse ausgesetzt. Neben verschiedenen ebenfalls eingefrorenen Anlageprodukten wurde der Fonds in der ersten Jahreshälfte wieder frei gegeben (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090707028/). Die neuerliche Schließung ist sowohl für die Branche als auch die betroffenen Anleger ein herber Rückschlag. 3,7 Milliarden Euro eingefroren Obwohl sich die Absatzzahlen bei offenen Immobilienfonds stabilisiert hätten, wurden die Mittelabflüsse aus dem Degi International anders als bei anderen Finanzprodukten nicht durch Zuflüsse neuer Anlagegelder ausgeglichen, wie Frank Bock, Sprecher des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) http://www.bvi.de , auf Anfrage von pressetext erläutert. "Die Gründe für die Rückflüsse dürften auch in der neuen Gesellschafterstruktur liegen", so Bock. Aberdeen zufolge wurden allein im ersten Monat nach Wiedereröffnung im Februar rund 260 Mio. Euro abgezogen. Von Juni bis September flossen erneut 250 Mio. Euro ab. Nach Angaben der Gesellschaft wäre die gesetzliche Mindestliquiditätsgrenze von fünf Prozent ohne neuerliche Rücknahmesperre unterschritten worden. Im Degi International und dem Degi Europa sind nunmehr 3,7 Mrd. Euro an Anlegergeldern gebunden. Dem BVI nach habe es in der Branche hingegen nur im Juli wesentliche Abflüsse gegeben, nachdem im Vormonat weitere Fonds geöffnet wurden. Insgesamt wurden den Gesellschaften in diesem Jahr bisher aber mehr als 3,1 Mrd. Euro an frischem Kapital anvertraut. Fondsbranche scheut Kettenreaktion Die Fondsbranche hatte die neuerliche Schließung bereits wiedereröffneter Angebote befürchtet. Dadurch drohe eine zweite Krisenwelle. Verschiedene Anbieter offener Immobilienfonds hatten die Rücknahmesperre ihrerseits erst vor einem Monat für ein weiteres Jahr verlängert (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/091020031/). Jenen Gesellschaften, die ihre Produkte im Jahresverlauf wieder öffneten, droht nun eine Kettenreaktion. Anleger könnten sich aufgrund der neuerlichen Degi-Schließung dazu veranlasst sehen, ihre Gelder aus den Fonds abzuziehen. Die Rücknahmesperre des Degi International ist zunächst auf drei Monate begrenzt. Durch Immobilienverkäufe soll nun die Liquidität erhöht werden. Der Verkauf der Wertobjekte stellt für Experten jedoch keinen gangbaren Weg dar. Dadurch würden die Preise der Anteilsscheine fallen, womit eine Flucht der Anleger aus den Fonds vorprogrammiert wäre. Vielmehr sei eine Entspannung des Marktes abzuwarten. (Ende)
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