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Sa, 04.02.2012
pte20091113023 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Verizon plant Piraterie-Warnbriefe für Handykunden
"Vorgehen wird Nutzer verunsichern und Anbieter-Image schaden"
Washington/New York (pte023/13.11.2009/13:20) - Der US-amerikanische Telekommunikationsriese Verizon Communications http://www22.verizon.com sorgt derzeit mit einem überraschenden Anti-Piraterie-Vorstoß für Aufregung in den USA. Wie das Branchenportal Cnet unter Berufung auf informierte Insiderkreise berichtet, will das Unternehmen in Zukunft im Auftrag des US-Verbands der Musikindustrie Recording Industry Association of America (RIAA) http://www.riaa.com Warnbriefe an Handykunden verschicken, die verdächtigt werden, illegal urheberechtlich geschützte Musikstücke aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Bestätigt werden die Pläne unter anderem von RIAA-Sprecher Jonathan Lamy, der aber keine weiteren Angaben zu dem neuen Anti-Piraterie-Bündnis preisgeben will. "Wir anerkennen die Wichtigkeit von Urheberrechten und die Notwendigkeit ihrer Geltendmachung. Ohne ihre Durchsetzung würde überhaupt kein intellektuelles Eigentum mehr produziert werden", fasst ein Verizon-Sprecher den Standpunkt des zweitgrößten US-Mobilfunkkonzerns zusammen. Musikindustrie setzt auf Lobbying-Arbeit "Was die Lösung der Urheberechtsproblematik im Internet betrifft, werden derzeit verschiedene Modelle diskutiert. Während die Nutzer durchwegs auf eine pragmatische politische Lösung hoffen, versucht die Musikindustrie für ihren Anti-Piraterie-Kampf weiterhin durch verstärktes Lobbying bestimmte Interessensgruppen mit ins Boot zu holen", fasst Roland Alton-Scheidl, Medienforscher in Dornbirn und Wien und Mitglied des akademischen Beirats von Creative Commons Austria http://www.creativecommons.at , gegenüber pressetext die aktuelle Entwicklung zusammen. Bei den Internetprovidern, die man per Gesetz dazu zwingen will, jene Nutzer vom Netz zu nehmen, die im Verdacht stehen, illegal Inhalte heruntergeladen zu haben, stoße die Lobyyingarbeit der Musikwirtschaft bislang aber nur auf wenig Gehör. "Dass nun auch Piraterie-Warnbriefe an Handykunden verschickt werden sollen, ist meiner Meinung nach ein einziger Affront. Dieses Vorgehen wird die Nutzer nur noch weiter verunsichern und dem Image der Mobilfunkanbieter schaden", so Alton-Scheidl. "Graduated Response"-Ansatz als Grundlage Grundlegende Basis für die durchgesickerten Verizon-Pläne ist der sogenannte "Graduated Response"-Ansatz, dessen Umsetzung die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) auch für Deutschland einfordert (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/080212027/). Hierbei werden mutmaßliche Online-Piraten zunächst per schriftlicher Ermahnung auf die Rechtswidrigkeit ihres Handelns hingewiesen. Im Fall von weiteren Verstößen drohen dem Betroffenen dann stufenweise Sanktionen bis hin zur generellen Blockade des Web-Zugangs. (Ende)
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