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Fr, 10.02.2012
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pte20091112001 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Verpackungsgrößen: Konzerne tricksen Kunden aus
Konsumenten kritisieren gleichen Preis für geringeren Verpackungsinhalt
Großkonzerne nutzen Möglichkeiten der EU-Verordnung aus (Foto: pixelio.de, veit kern)
Großkonzerne nutzen Möglichkeiten der EU-Verordnung aus (Foto: pixelio.de, veit kern)

Hamburg/Wien (pte001/12.11.2009/06:00) - Die bereits im April in Kraft getretene EU-Fertigverpackungsverordnung führt bei vielen Herstellern zu Mogeleien, die gegenüber den Verbrauchern immer dreistere Züge annehmen. Obwohl der Preis der gleiche bleibt, sinken die Packungsinhalte. Nun haben Hamburger Verbraucherschützer verdeckte Preiserhöhungen auch bei Schokoriegeln, Frischkäse und Fischfilets enttarnt. Das Brüsseler Ziel, europaweit strenge Verpackungsvorschriften für Artikel des täglichen Gebrauchs zu lockern und somit die Freiheit der Konsumenten zu stärken, scheint häufig aber verfehlt.

Keine Einzelfälle

Dass der sonst hochgepriesene Verbraucherschutz des Konsumenten bei der Verordnung auf der Strecke bleibt, zeigt sich vor allem mit Blick auf den Lebensmittelhersteller Iglo http://www.iglo.com , der den Fischanteil bei seinem "Schlemmer-Filet à la Bordelaise" von 70 auf 52 Prozent reduziert hat. Der Preis blieb hingegen derselbe. Verbraucherschützer sehen darin eine klare Preiserhöhung, die den Konsumenten erst auf den zweiten Blick auffällt. Wie das NDR-Magazin "Markt" in seiner neuen Ausgabe berichtet, ist dies kein Einzelfall.

Kleinere Packungen, gleicher Preis

"Die Verpackung eines Produkts wird verkleinert, der Preis bleibt gleich - das ist seit einigen Monaten ein Dauerbrenner in unserer Leserpost", sagt Veronika Kaiser, Chefin vom Dienst des österreichischen Testmagazins Konsument http://www.konsument.at , im Gespräch mit pressetext. Der Fachfrau nach würden die Konsumenten nicht nur über verdeckte Preiserhöhungen Bericht erstatten. Auch wenden sich viele inzwischen auch direkt an die betreffenden Unternehmen und übermitteln deren Reaktionen. "Ein Zeichen, dass die Österreicher hier kritischer und auch engagierter geworden sind. Sie ärgern sich nicht nur, sondern protestieren auch bei den Firmen", so Kaiser.

Die Hamburger Verbraucherschützer hingegen verweisend darauf, dass viele Kunden zwar über den Umstand des geringeren Verpackungsinhalts Bescheid wissen, dieser könnte aber vor allem bei Produkten wie Mars oder Milky Way nicht auf Anhieb festgestellt werden. Auch bei Corny free sind nur noch sechs statt zehn Müsliriegel in der Packung, außerdem sind die Riegel kleiner geworden. Zwar sank der Preis, aber nicht in dem Ausmaß wie er hätte im Verhältnis reduziert werden müssen. Unter dem Strich errechnete der NDR eine Preiserhöhung von rund 34 Prozent. Die Hersteller verweisen hingegen auf Kundenwünsche.

Angebliche Kundenwünsche bestimmen Inhalt

Die Lebensmittelindustrie weiß sich indes zu verteidigen. Corny-Hersteller Schwartau http://www.schwartau.de weist darauf hin, dass die Haushalte in der Bundesrepublik seit Jahren immer kleiner werden und es statistisch gesehen immer mehr Alleinstehende und Paare gabe und kleinere Einheiten besser dem Verbraucherinteresse entsprächen. Ebenso die Argumentation von Iglo. Kunden hätten sich für mehr Panade ausgesprochen, wie "repräsentative Konsumententests" ergeben hätten. Andererseits zeigen Recherchen, dass der Fisch für die Verarbeitung in Wirklichkeit teurer geworden ist.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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