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Mi, 08.02.2012
pte20091109018 Unternehmen/Finanzen, Auto/Verkehr
Klagewelle: Toyotas beschleunigen ohne Kontrolle
Bodenmatten von Drittanbietern versus Fahrzeugelektronik
Tokio/München (pte018/09.11.2009/11:15) - Der mit Volkswagen um die globale Marktmacht konkurrierende japanische Automobilriese Toyota http://toyota.com muss sich in den USA auf eine Klagewelle einstellen. Grund für die schlechte Stimmung der Kunden ist die unkontrollierbare Beschleunigung bei einigen Toyota-Modellen, die infolge schwerer Unfälle 16 Tote gefordert hat. Entgegen der ermittelnden US-Behörden und Toyota selbst, gehen die Kundenanwälte nicht von Drittanbieter-Bodenmatten aus, die sich vor das Gaspedal verklemmen. Vielmehr sei ein Elektronikfehler verantwortlich. Knopf statt Zündschlüssel Besondere Brisanz bekommen die angestrebten Klagen angesichts der Tatsache, dass sich der Motor bei neueren Modellen nicht mehr mit einem Zündschlüssel stoppen lässt, weil nur noch ein Knopf vorhanden ist. "Gleich welcher Ursache, warum Autos immer schneller werden, ist darauf hinzuweisen, dass es die bauliche Möglichkeit eines Notstopps geben muss", erläutert ADAC-Sprecher und -Rechtsexperte Maximilian Maurer http://adac.de gegenüber pressetext. Der Fachmann rät, nicht in Panik zu geraten. Internationaler Standard sei, dass die Bremskraft stärker als der Motor und Auskuppeln bzw. bei Automatikgetrieben auf N schalten richtig ist. Toyota sieht Probleme bei Drittanbieter-Zubehör Die Klage gegen Toyota in den USA kommt nicht von ungefähr und nur einen Tag nach einer anderen Schlappe in der Fußmatten-Affäre. Wie das Handelsblatt heute, Montag, schreibt, hat eine US-Verkehrssicherheitsbehörde die Japaner kritisiert, dass Probleme mit der ungewollten Beschleunigung beschönigt wurden. In einer Presseaussendung hatte man bekannt gegeben, das Problem sei gelöst. Untersuchungen der National Highway Safety Administration hätten gezeigt, dass verklemmte Bodenmatten anderer Hersteller die Ursache für die Zwischenfälle seien. Die Kunden wurden daraufhin über die korrekte Anwendung in einem Brief informiert. Toyotas Bekanntmachung "ungenau und irreführend" Obwohl Details zu möglichen Schadenersatzforderungen am Wochenende noch nicht bekannt geworden sind, dürften sich diese allein schon durch die Aussagen der US-Behörde auf große Summen belaufen. Denn die National Highway Safety Administration hatte Toyotas Sicht im Rahmen der Mitteilung als "ungenau und irreführend" bezeichnet. Das Problem bestehe nach wie vor und sei mitnichten gelöst. Würden die Kunden auf den Bodenbelag verzichten, sei es lediglich ein "kurzfristiges Behelf". Problematisch sei vielmehr die grundsätzliche Schwäche der Fahrzeuge. Toyota-Konzernvize Yoichiro Ichimaru spricht von "Missverständnissen". Urteil mit möglicher Relevanz für 2.000 Fälle Wenngleich das mysteriöse Beschleunigungsproblem weder in Asien noch in Europa bekannt ist, könnte eine Klage der Kanzlei McCuneWright http://www.mwtriallawyers.com nach eine Relevanz für 2.000 weitere Fälle haben. Die aktuelle Klage setzt sich - anders als die Behörde - mit der Fahrzeugelektronik auseinander. Der Vorwurf lautet, dass die Computersteuerung in den betroffenen Autos quasi eigenmächtig beschleunigt. Toyota verweist aber darauf, dass die Kraftstoffzufuhr nach wie vor mechanisch verbunden sei und der Vorwurf damit nicht zutrifft. (Ende)
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