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pte20091106026 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness
Pferdegenom ist entziffert
Fortschritt für die Erforschung von Asthma, Allergien und Osteoporose
Hannover (pte026/06.11.2009/12:30) - Die 2,7 Mrd. Bausteine des Pferdegenoms sind nun entschlüsselt. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Science" finden sich die Ergebnisse der bereits 2007 vollendeten, eineinhalbjährigen Forschung eines internationalen Teams. Das Bekanntsein des kompletten Gens gibt Einblicke in die Evolution und ermöglicht die Erforschung von Krankheiten, die auch den Menschen betreffen. "Die Entschlüsselung des Pferdegenoms bedeutet einen Durchbruch für die Wissenschaft", betont Ottmar Distl vom Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover http://www.tiho-hannover.de/einricht/zucht im pressetext-Interview. Distls Institut führte gemeinsam mit dem Bostoner Broad Institute den Hauptteil der Forschung durch. "Bisher kennt man schon die Genome mehrerer Haustiere wie etwa Hund, Schwein, Rind, Schaf oder Huhn. Diesmal wollte man einen Unpaarhufer entschlüsseln, wofür sich das Pferd besonders gut eignet. Denn es hat sich schon sehr früh von einem mehrzehigen Vorfahren zu einem Unpaarhufer entwickelt und erlaubt somit Rückschlüsse auf die Artentwicklung", so Distl. Menschliche Leiden am Pferd erforschbar Vorteilhaft sei die Entschlüsselung außerdem, da sich das Pferd im Aufbau der Chromosomen dem Mensch weit mehr ähnelt als etwa Schwein, Rind und Hund, wodurch auch eher gemeinsame Eigenschaften ähnlich wie beim Menschen vererbt werden. "Nachdem man das Genom kennt, können nun weitere Forschungen starten. Denn das Pferd bietet für mehrere komplexe Erbkrankheiten des Menschen ein hervorragendes Modell", so der Hannoveraner Wissenschaftler. Das betrifft etwa die Osteoporose - auch die Knochen von Rennpferden werden bei zu starken Muskelaufbau brüchig - sowie Allergien oder Atemwegserkrankungen wie Asthma. Für die Entschlüsselung waren mehrere Millionen Einzelexperimente notwendig, die laut Distl nach der Methode der Sanger-Technologie erfolgen. "Man entnimmt einem Pferd Blut, isoliert die DNA und fragmentiert sie entweder durch Beschallung oder mit Hilfe von Gas in sehr kleine Stücke. Diese werden entweder direkt sequenziert oder nach bestimmten Fragmentgrößen selektiert, in Vektoren aufgenommen und dann von beiden Enden aus sequenziert. Erst dadurch kann man wissen, wie diese beiden Enden zusammen gehören." Manche Bereiche des Genoms seien sehr schwer zu sequenzieren, weshalb die Aufgabe viel Geschick und Erfahrung erfordere. Nicht alle Geheimnisse gelüftet Dennoch bleiben auch nach Bekanntwerden der Gencodierung noch zahlreiche offene Fragen. "Man sieht nun, dass das Pferd fast alle Gene des Menschen besitzt. Deutlich wurde dabei, dass das Geheimnis der Steuerungsabläufe nicht in den codierenden Teilen des Gens liegt. Wir wissen nicht genau, was das heißt. Augenscheinlich hat auch die Zwischensubstanz wichtige Steuerungsfunktionen", so Distl. (Ende)
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