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Mi, 23.05.2012
pte20091028017 Unternehmen/Finanzen, Umwelt/Energie
BP kappt in Deutschland 600 Jobs trotz Milliardengewinns
Manager verteidigt Kurs - Ölpreis vom Sommer 2008 in weiter Ferne
London/Frankfurt am Main (pte017/28.10.2009/11:00) - Der britische Ölmulti BP http://www.bp.com will rund 600 Stellen am Standort Deutschland streichen und so seine bisherigen Sparmaßnahmen aggressiv vorantreiben. Wie Uwe Franke, Vorstandschef der Deutschen BP, bekannt gab, sollen von den gegenwärtig etwa 1.200 Jobs in der Bochumer Hauptverwaltung 200 nach Budapest verlagert werden. In der Raffinerie in Gelsenkirchen sollen 340 von bislang 2.060 Arbeitsplätzen wegfallen. Für Hamburg sind 50 und in Mönchengladbach zehn Arbeitsplätze betroffen. Ungarn wird für BP immer lukrativer. Personalabbau versus 4,98 Mrd. Dollar Gewinn Franke nach wolle man versuchen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Derzeit könne man aber nichts garantieren, lässt sich der BP-Deutschland-Chef in einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung zitieren. Erst gestern, Dienstag, hatte der BP-Konzern für das dritte Geschäftsquartal einen Ertrag von 4,98 Mrd. Dollar (3,35 Mrd. Euro) gemeldet. Obwohl man damit nach wie vor finanziell äußerst komfortabel aufgestellt ist, hat sich der Gewinn im Vergleich zur Vorjahresperiode fast halbiert. Damals erzielte man noch einen Gewinn in der Höhe von rund zehn Mrd. Euro. Vor allem der Ölpreis ist Schuld daran. Ölpreisflaute rechtfertigt Einsparungen Die Gewinnhalbierung ist dem seit 2008 nicht wieder erreichten Rekordhoch von 147 Dollar pro Barrel geschuldet (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080609030/). Seither ist der Preis für 159 Liter Rohöl um knapp die Hälfte abgesunken. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2009 steigerte BP aber seinen Profit um fast 60 Prozent und übertraf damit sogar die Erwartungen der Analysten. Denn diese sind davon ausgegangen, dass die Gewinne ähnlich hoch ausfallen würden wie im zweiten Quartal. Laut Geschäftsbericht sanken die Lohnkosten um 18 Prozent, während die Ausgaben für Öl- und Gasförderung um sieben Prozent stiegen. "Nicht nur die Förderkosten steigen kontinuierlich. Rezessionsbedingt besteht nach wie vor zu wenig Nachfrage. Es fehlt nachhaltiger Aufschwung. Vom Sommer 2008 sind viele Ölriesen meilenweit entfernt", sagt Deutsche-Bank-Rohstoffhändler Michael Blumenroth gegenüber pressetext. Personaleinsparungen verteidigt Franke ungewöhnlich scharf und verweist darauf, dass "derjenige, der in guten Jahren mit Kostendisziplin wartet, bis er in den roten Zahlen ist, gefeuert gehört". So brauche es auch angesichts des erwarteten Verlusts im Raffineriegeschäft 2009 "ein kluges Management", das "nach vorne schauen muss", unterstreicht der Manager. (Ende)
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