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pte20091022018 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie
Auch Industrie sollte Anlagen isolieren
EiiF-Stiftung rechnet Potenzial von nachhaltigen Isoliersystemen vor
Genf (pte018/22.10.2009/11:00) - Die Industrie verbraucht weltweit rund 26 Prozent der gesamten Energie und produziert dabei rund 50 Prozent aller CO2-Emissionen. Auch bei Industrieanlagen gibt es ein großes, bisher nicht genutztes Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz mit Hilfe von Isolierungen. Um diese Vorteile für die Umwelt sowie für Investoren und Industriebetriebe bekannt zu machen, wurde in diesem Jahr die gemeinnützige Stiftung European Industrial Insulation Foundation (EiiF) http://www.eiif.org gegründet. "Ein entscheidender Vorteil von Isolierungen ist, dass Investitionen in bessere Systeme wegen der erstaunlich kurzen Amortisationszeiten auch hoch rentabel sind", so Andreas Gürtler, Geschäftsführer der EiiF gegenüber pressetext. Mit ersten Aktionen werde sich die EiiF an Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik wenden und sie auf die nachhaltigen Isolierlösungen aufmerksam machen. "Zusätzlich sollen Ausbildungs- und Trainingsprogramme eingerichtet und dadurch konkrete Projekte initiiert werden." Am besten lasse sich das Potenzial der Isoliertechnik anhand eines Beispieles verdeutlichen, erklärt Gürtler. "Reduziert man durch optimierte Isoliersysteme den mittleren Wärmeverlust eines Kohlekraftwerkes mit einer elektrischen Leistung von 1.100 MW und einer Isolieroberfläche von rund 300.000 Quadratmeter um 25 Prozent, so können nach Berechnungen des Isolierexperten Karl-Rudolf Friese jährlich rund 25.500 Tonnen Braunkohle eingespart werden." Gleichzeitig würde der CO2-Ausstoß um 27.000 Tonnen pro Jahr verringert. Das entspricht etwa 12.890 Pkws mit einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern. Veraltete Technik sorgt für Wärmeverluste "Für Betreiber dürfte das entscheidende Argument jedoch sein, dass sie so die Möglichkeit hätten, für rund 4,8 Mio. Euro pro Jahr mehr Strom zu erzeugen", ergänzt Gürtler. Gründe, warum heute auch in der EU so viele Industrieanlagen dennoch nicht wirtschaftlich oder geschweige denn ökologisch gedämmt sind, gebe es viele. "Vielfach liegt das einfach an der Unkenntnis der verantwortlichen Betreiber", meint Gürtler. "Früher waren die Energiekosten schlicht zu günstig. Wärmeverluste spielten keine Rolle, weshalb deshalb immer nur das Nötigste isoliert wurde. Heute steigen zwar die Energiekosten, die meisten Anlagen laufen jedoch hinsichtlich ihrer Isoliertechnik noch immer nach dem gleichen Prinzip wie zu ihrer Inbetriebnahme vor mehr als 30 Jahren." "Die EiiF soll nun gleichsam missionarisch Überzeugungsarbeit leisten und diese große Wissenslücke der Isoliertechnik bei Politikern wie Wirtschaftsführern schließen helfen", meint Gürtler. Neben entsprechenden Studien und gezielten Informationskampagnen plane man ein Qualifizierungsprogramm für auf Industrieanlagen spezialisierte Energieberater. "Dieses wird sich neben Isolierexperten auch an Anlagenplaner, Architekten und Ingenieure richten", meint Gürtler abschließend. (Ende)
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