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Mi, 08.02.2012
pte20091008040 Handel/Dienstleistungen, Medien/Kommunikation
Print-Überlebensstrategie: Kooperation und Synergie
Paid Content allein kann Kostenproblem der Zeitungsverlage nicht lösen
Wien (pte040/08.10.2009/13:58) - Die Zeitungsverlage setzen auf Zusammenarbeit und Synergieeffekte, um den strukturellen und konjunkturellen Turbulenzen in der Branche standzuhalten. Journalismus bzw. die Qualität im Journalismus kostet Geld, darüber herrscht Einigkeit bei den Tageszeitungen, wie die Diskussionsrunde am heutigen Printgipfel der österreichischen Medientage http://www.medien-tage.at beweist. Um trotz wirtschaftlicher Probleme, herben Rückgängen im Werbegeschäft sowie den schwindenden Verkaufszahlen in Zukunft nicht unterzugehen, müssen die Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen teils grundlegend überdacht und reorganisiert werden. Der Versuch, Paid-Content-Modelle im Web zu etablieren, werde nicht ausreichen, um die Kostenfragen in den Verlagshäusern zu lösen, warnt Marianne Dölz von der Veralgsgruppe Handelsblatt. "Es ist nicht realistisch zu denken, dass Bezahlinhalte einen hohen Umsatz bringen werden. Dölz geht außerdem nicht davon aus, dass sich die Werbeeinnahmen in den kommenden Jahren wieder steigern werden. "Ich rechne mit einer sehr flachen Entwicklung. Die Werbekunden wollen ihre Kosten weiter senken. Der Druck auf die Mediaagenturen und infolge auf die Medien steigt." Diesen Druck bekommen auch die Nachrichtenagenturen zu spüren, die die Zeitungen und Verlage mit Inhalten beliefern. Kostenoptimierung stößt an Grenzen Langfristig wird es nicht möglich sein, Jahr für Jahr neue Kostenoptimierungen vorzunehmen, wie unter anderem Uwe Vorkötter von der Berliner Zeitung betont. "Langsam macht das einfach keinen Spaß mehr. Unser Lösungsansatz ist es, Content redaktionsübergreifend zu nutzen. Wenn die Mittel begrenzt sind, sind Kooperationen nötig." Wenn es um Kostenfragen geht, will man auch bei der Moser Holding, die kurz vor der Fusion mit dem Medienriesen Styria steht, durch Zusammenarbeit unter dem eigenen Dach positive Resultate erzielen, wie Vorstandsvorsitzender Hermann Petz bestätigt. Darüber hinaus wird es laut Petz aber auch nötig sein, "neue Bezahlmodelle für Journalisten zu finden". "Die Dynamik, die der Journalistenkollektivvertrag derzeit vorzeigt, geht angesichts der Umsatzentwicklungen in eine falsche Richtung." VÖZ-Generalsekretär Gerald Grünberger hakt ebenfalls beim Punkt Kollektivvertrag ein und stellt die Frage in den Raum, ob 15 Monatsgehälter für Journalisten so unbedingt bestehen bleiben müssten. Grünberger spricht sich für leistungsgerechte Bezahlung aus. Sparpotenzial liegt bei Druck, Vertrieb und Logistik Thomas Kralinger, Geschäftsführer der Mediaprint sowie von Gesellschaften der Kurier-Gruppe, sieht Sparpotenziale in den Bereichen Druck, Vertrieb und Logistik. Produkte mit Qualität werden in Zukunft etwas kosten und wer versuche Paid-Modelle umzusetzen, könne dies nur über Qualität erreichen. "Daher müssen auch der Konvergenzgedanke in die Redaktionen gebracht und neue Technologien rasch aufgegriffen werden", meint Kralinger. Der Druck des Sparens habe hoffentlich irgendwann ein Ende, dennoch müssten notwendige Effizienzschritte gesetzt werden und vom Irrglauben abgewichen werden, man könne Printmodelle eins zu eins in das Web übertragen. Dass die Leser in Zukunft für Massenware, also Content, der über diverse Kanäle in selber Form verfügbar ist, bezahlen werden, ist für Gartiszeitungschefin Eva Dichand sehr unwahrscheinlich. Sie glaubt an Paid-Modelle nur in Hinblick auf hochqualitative Inhalte, die journalistisch exklusiv sind. In puncto Finanzierbarkeit der Zeitungshäuser sieht Dichand derzeit einen Vorteil für die Gratismedien, da beispielsweise die Vertriebskosten entfallen. Harsche Kritik übt die Heute-Chefin schließlich an den immens hohen Druckkosten in Österreich und tastet damit ein Tabuthema in der österreichischen Medienwelt an. "Das ist eines der größten Probleme für Verlage. Die Kosten übersteigen bei weitem, was man im journalistischen Bereich je einsparen könnte." In Deutschland seien die Druckkosten erheblich geringer, immerhin hätten sich die Produktionsverhältnisse längst geändert - ein Drucker verrichte keine Schwerstarbeit mehr, sondern drücke einen Knopf auf dem Computer. Fotos zu den Medientagen befinden sich unter http://www.fotodienst.at/browse.mc?album_id=2930 sowie http://www.fotodienst.at/browse.mc?album_id=2933 zum Download. (Ende)
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