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pte20091008023 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
HSH Nordbank räumt Unregelmäßigkeiten ein
Kanalinsel-Konten durchleutet - Experte kritisiert internes Controlling
London/München (pte023/08.10.2009/11:30) - Die im Zuge sogenannter "Bleibeprämien" bis zu 100.000 Euro für Mitarbeiter und üppiger Extragehälter für Vorstandschef Dirk Nonnenmacher in die Kritik geratene HSH Nordbank http://hsh-nordbank.de räumt Unregelmäßigkeiten in ihrer Londoner Dependance ein. Wie die schwer angeschlagene Landesbank bekannt gab, habe man im Zusammenhang mit "unklaren Geschäftsvorfällen" sowohl die Londoner Polizei als auch die britische FSA und die deutsche Finanzaufsicht BaFin informiert. Es wird vermutet, dass bereits vor drei Jahren Vermögensdelikte zulasten der Bank getätigt wurden. Von ihrer Tochtergesellschaft auf den Kanalinseln wusste das Management bis zur internen Revision nichts. "Der Betrugsvorfall ist bezeichnend und fügt sich in das Bild der Vorfälle der Vergangenheit ein. Dies spiegelt das mangelhafte Controlling innerhalb der Bank wider", erklärt Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums http://www.bfz-ev.de , auf Nachfrage von pressetext. Nonnenmacher sei hingegen nur bedingt ein Vorwurf in dieser Sache zu machen, denn Betrügereien dieser Art bedürfen einer großen Eigeninitiative der Beschuldigten. Ersten Informationen zufolge hat erst die interne Revision der HSH Nordbank im Juni 2009 bemerkt, dass es eine Tochterfirma auf den Kanalinseln gibt. Laut Gerke ein "großes Versäumnis". 2006 hatte die HSH Nordbank offenbar selbst einen sechsstelligen Euro-Betrag auf die Kanalinsel-Konten transferiert. In zwei Raten wurden die Beträge von Großbritannien aus auf Kaimaninsel-Konten überwiesen. Da sich die Spur der als Aufwendungen für Beratungsdienstleistungen deklarierten Transfers auf den Kaimaninseln verliert, soll die Bank bereits Anzeige gegen unbekannt erstattet haben. Übereinstimmenden Medienberichten nach richtet sich der Verdacht gegen einen ehemaligen Topmanager der Londoner HSH-Nordbank-Niederlassung. "Ziel war und ist eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge", lässt sich Nonnenmacher zitieren. Bereits Anfang des Jahres war die Bank, die zu 85 Prozent den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehört, wegen der Konten in Steueroasen in die Kritik geraten. "Beispiele wie die IKB, Sächsische Landesbank oder Hypo Real Estate zeigen, dass die BaFin zur Kontrolle nicht in der Lage ist", so Gerke. Nicht nur der resultierende Rekordverlust für das erste Halbjahr über 530 Mio. Euro brachten der Bank Kritik ein (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090821022/). Auch eine unnötige Überweisung von 45 Mio. Dollar an die US-Investmentbank Goldman Sachs sowie Skandale durch den Chef der New Yorker Niederlassung und den Leiter der Rechstabteilung sorgten Mitte September für Aufregung. Sexuelle Belästigung und Diskriminierung waren die Gründe für den Rauswurf der Mitarbeiter. Zudem muss sich das Institut vor dem Hamburger Landgericht für die ausbleibende Dividendenzahlung an stille Teilhaber verantworten. Unter anderem besteht die Landessparkasse zu Oldenburg auf zugesagte 1,1 Mio. Euro Dividenden. (Ende)
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