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pte20090918025 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Familienunternehmen bluten arabische Banken aus
Verflechtung von Geldgebern, Politik und Wirtschaft erschwert Kontrolle
Dubai/München (pte025/18.09.2009/13:45) - Die internationale Finanzmarktkrise erfasst nun immer mehr auch alteingesessene Banken am Persischen Golf. Hintergrund für die sich anbahnende Misere sind Betrugsvorwürfe gegen die im saudischen Familienbesitz geführte Saad- sowie Algosaibi-Gruppe. Da diese die Darlehen bei ihren Hausbanken nicht zurückzahlen können, schätzen Branchenkenner, dass 120 Banken weltweit bis zu 22 Mrd. Dollar abschreiben müssen. Unter den Geschädigten sollen sich unter anderem die US-amerikanische Citigroup und die französische BNP Paribas befinden. Wenn weitere familiengeführte Familienunternehmen der Region in ähnlich schwieriges Fahrwasser geraten, drohen Banken Verluste, die sich schnell im Börsenwert bemerkbar machen könnten. "Der arabische Finanz- und Wirtschaftsraum unterscheidet sich strukturell von dem in Europa oder in den USA. Familienunternehmen dominieren hierbei und verfügen über eine sehr enge Bindung zu Banken und dem Staat", unterstreicht ein Insider im Gespräch mit pressetext. Ein weiterer Ausfall von Darlehensnehmern könnte dem Experten zufolge angesichts der globalen Vernetzung der Bankenwirtschaft, auch ausgehend von der Golfregion, zu einem Finanzbeben führen. "Durch die engen Verflechtungen zwischen Banken und Familienkonzernen gestaltet sich die Kontrolle sowohl mit Blick auf die Corporate Governance als auch den Aufbau eines nachhaltigen Risikomanagements in vielen Fällen noch schwierig", fügt der Fachmann hinzu. Die Zahlen verdeutlichen den enormen Verflechtungsgrad. Einem Handelsblatt-Bericht nach schätzt allein die Mashreqbank http://www.mashreqbank.com ihre Außenstände bei Algosaibi auf rund 400 Mio. Dollar. Citigroup sowie BNP Paribas hatten 2008 in Aktien investiert, die bis heute schwere Verluste eingefahren haben. Die Mittel dafür erhielten sie von Banken, die ähnlich wie in den USA vor der Finanzkrise freigiebig Kredite vergaben, ohne vorher die Bonitäten sorgfältig zu prüfen. Die Macht der Familienunternehmen am Persischen Golf ist den Zahlen nach groß. Rund 90 Prozent der Unternehmen im Nahen Osten sind im Besitz von Familien. Wegen der Verflechtung zur Politik wird ihnen häufig Intransparenz vorgeworfen. Die möglichen Konsequenzen aus den Geschäften mit Saad und Algosaibi vergleichen viele Marktbeobachter inzwischen mit der "Sprengwirkung einer Bombe". Mittlerweile verklagen nicht nur Banken die beiden Konzerne. Auch prozessieren beide Gesellschaften gegen sich. So beschuldigt Algosaibi Saad-Chef Maan Al-Sanea, zehn Mrd. Dollar veruntreut zu haben. Die Familie versuchte mit einer gerichtlichen Verfügung sogar das auf den Cayman-Inseln gebunkerte Vermögen Al-Saneas in der Höhe von 9,2 Mrd. Dollar einzufrieren. "Nach dem Platzen der Immobilienblase hat der Staat versucht Licht in viele Transaktionen zu bringen. Trotzdem muss sich der Reformwille fortsetzen", fordert der Insider gegenüber pressetext. (Ende)
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