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Mi, 23.05.2012
pte20090916026 Computer/Telekommunikation, Medien/Kommunikation
Gemischte Realität birgt neue Privatsphären-Risiken
Smartphones sind sehr persönliche Geräte und beinhalten sensible Informationen
Heronissos, Kreta (pte026/16.09.2009/12:45) - Gemischte Realitäten, in der die reale Welt mit Computerdaten verknüpft werden, beginnen langsam Gestalt anzunehmen. Beispiele dafür sind AR-Applikationen (Augmented Reality) auf Handys (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090908023/) oder das "Lifelogging" - ein Verewigen alltäglicher Erlebnisse und Informationen im Web. Damit entstehen neue Herausforderungen in Sachen Privatsphäre, wie Petros Belimpasakis vom Nokia Research Center, Tampere Laboratory, im Rahmen der ENISA-FIRST Summer School on Network and Information Security http://www.nis-summer-school.eu erklärt. Schutzmethoden wie im klassischen Web stoßen an ihre Grenzen, doch letztendlich könnte das Thema Privatsphäre durch eine bessere Bewusstseinsbildung bei Nutzern Fortschritte machen. Eine typische Herausforderung im Zusammenhang mit gemischter Realität auf Smartphones ist, dass es sich um sehr persönliche Geräte handelt. Es gibt keine Benutzerkonten und alle Einstellungen sind direkt mit einem Anwender verbunden. Das Teilen von Ortsinformationen wiederum kann beispielsweise bei standortbezogenen Angeboten sehr praktisch sein, öffnet aber auch dem Missbrauch solcher Informationen Tür und Tor. Zudem stellt sich die Frage, wie sehr den zur Datenübertragung genutzten Netzwerken, etwa offenen WLANs, vertraut werden darf. Im Rahmen des Lifelogging werden persönliche Informationen und Verhaltensweisen offengelegt, die laut Belimpasakis nur sehr schwer mit klassischen Einstellungen und Präferenzen abzusichern wären, wie sie bei klassischen sozialen Netzwerken zum Einsatz kommen. Schon im mittlerweile alltäglichen Web 2.0 ist die Privatsphäre ein komplexes Problem. Grundsätzlich sollten User in sozialen Netzwerken ein klar definiertes Maß an Kontrolle über ihre Daten haben, wenngleich nach einer Studie von Wissenschaftlern der University of Cambridge bei 45 überprüften Angeboten die jeweiligen Datenschutzrechtlinien beim Anmeldungsprozess vielfach nicht oder zumindest nicht prominent erwähnt werden. Das dürfte unter anderem damit zusammenhängen, dass das Ansprechen des Themas Privatsphäre selbst in einem positiven Zusammenhang bei potenziellen neuen Nutzern offenbar dazu führt, sich diesbezüglich Sorgen zu machen. Dass sich User über Privatsphäre keine Gedanken machen, sei ein Mythos, so Belimpasakis. Allerdings bleibt die Frage, ob sie das Problem wirklich verstehen. "Es wäre wichtig, dass sich User bewusst sind, was ihre eigenen Handlungen letztendlich bedeuten", bestätigt Belimpasakis auf Nachfrage von pressetext. Gerade bei gemischten Realitäten gelte das in besonderem Ausmaß. Dabei ist es für Belimpasakis denkbar, dass gerade solche Angebote zu einer besseren Bewusstseinsbildung bei Nutzern beitragen und damit frischen Wind für das Thema Datenschutz bedeuten. Er verweist darauf, dass etwa die Bedeutung der Preisgabe von Ortsinformationen greifbarer wird, wenn diese nicht nur als Wert auf einem sozialen Netzwerk vorliegt, sondern als konkreter Punkt auf einer Karte dargestellt wird. (Ende)
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