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pte20090916018 Medizin/Wellness, Kultur/Lifestyle
Kombinationstherapie gegen Alkoholsucht
Gute Behandlungserfolge mit Entgiftung und Psychotherapie
Heidelberg (pte018/16.09.2009/11:45) - Eine Kombination von herkömmlicher Entgiftung und psychotherapeutischer Behandlung zeigt bei der Alkoholabhängigkeit einen signifikant höheren Erfolg als herkömmliche Therapien. Was beim Alkoholentzug sehr problematisch ist, ist die hohe Rückfallsquote von bis zu 80 Prozent. Wo die Ursachen hierfür liegen und wie durch die Kombinationsbehandlung Abhilfe geschaffen werden kann, stellt eine aktuelle Untersuchung in der Springer-Zeitschrift "Der Nervenarzt" vor. "In der Zwischenzeit ist die Kombinationstherapie - die sogenannte Qualifizierte Entzugsbehandlung (QE) - ein Standard geworden", meint Studienautor Karl Mann von der Klinik für Abhängiges Verhalten in Mannheim am Zentralinstitut für seelische Gesundheit http://www.zi-mannheim.de im pressetext-Interview. Jährlich werden rund 600 Patienten nach dieser Methode behandelt. Die QE setzt sich aus einer zwei- bis dreiwöchigen stationären Therapiephase mit Einzel- und Gruppengesprächen und einem einjährigen ambulanten Anschlußprogramm in Form einer Selbsthilfegruppe zusammen. Bereits unmittelbar nach Abklingen der gröbsten körperlichen Entzugssymptomatik beginnen die Therapien. "Die Idee dieser Therapie fußt auf einer Krankheitseinsicht des Betroffenen. Ein zusätzlicher positiver Faktor ist die leichtere Orientierung des Patienten an seinen Mitpatienten", so Mann. Dabei könne er sehen, dass es auch andere Menschen gibt, die Ähnliches durchgemacht haben. "Schon während des stationären Aufenthalts präsentieren sich in Wochenabständen verschiedene Selbsthilfegruppen, aus denn der Betroffene schließlich jene wählt, die ihm persönlich am meisten zusagt", erklärt der Mediziner. Die Erfolgsquote der Kombinationtherapie liegt nach einem halben Jahr zwischen 50 und 60 Prozent. "Der Rest der Patienten wird danach mindestens einmal rückfällig. Dennoch liegt die Erfolgsquote nach mehreren Jahren immer noch bei 30 bis 40 Prozent", so Mann. Zudem nehmen Patienten, die nach der Kombinationstherapie behandelt wurden, wesentlich häufiger Nachfolgeangebote in Anspruch. Infolge der Ergebnisse der Untersuchung sehen die Autoren die Ursache für die allgemein hohe Rückfallrate nach Alkoholentzug in der herkömmlichen Konzentrierung auf eine reine Entgiftung. "Wir sprechen uns dafür aus, die Behandlung direkt mit einem qualifizierten Alkoholentzug zu beginnen, statt zunächst nur die körperliche Entgiftung vorzunehmen. Die Kosten für diese Behandlung liegen zunächst zwar höher, relativieren sich jedoch durch die geringere Rückfallrate nach der Behandlung deutlich", erklärt Mann. Ein entscheidender Faktor sei etwa das konkrete Üben von Bewältigungsfertigkeiten in risikoträchtigen Situationen wie beim Kneipenbesuch mit Freunden oder beim Gläschen Wein zum Feierabend. Hier kann der Patient erste positive Erfahrungen im Ablehnen des Alkohols sammeln und sich erneut als aktiven Part in seiner Lebensgestaltung erleben. (Ende)
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