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Sa, 11.02.2012
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pte20090807024 Handel/Dienstleistungen, Kultur/Lifestyle
Wer süß isst kauft teurer ein
Hormone im Belohnungszentrum für Geschäftszwecke nutzbar
Wer Süßes zu sich nimmt, beschwert sich nicht über hohe Preise (Foto: aboutpixel.de/Schmidt)
Wer Süßes zu sich nimmt, beschwert sich nicht über hohe Preise (Foto: aboutpixel.de/Schmidt)

Friedrichshafen (pte024/07.08.2009/13:50) - Die Einnahme von Süßem verändert das Preisempfinden beim Konsumenten. Zu diesem Schluss kommen Marketingwissenschaftler der Zeppelin Universität http://www.zeppelin-university.de . In einem Experiment konnten sie zeigen, dass nach der Einnahme von Zuckerwasser vorgegebene oder höhere Preise viel eher als fair akzeptiert werden. Das könne eine Wirkung des Belohnungssystems im Gehirn sein, das bei der Einnahme von Zucker aktiviert ist, vermuten die Forscher.

Das Forscherteam um Peter Kenning verabreichte Versuchspersonen Wasser, das mit 80 Gramm Zucker gesüßt war, was der empfohlenen Tagesdosis entspricht. Im Anschluss bat man sie, Preise von Alltagsprodukten wie Wurst, Klopapier oder Shampoo als fair oder nicht fair zu beurteilen, wobei im zweiten Fall ein als fair empfundener Preis anzugeben war. Die Probanden stimmten deutlich häufiger den vorgegebenen Preisen zu oder erstellten weit höhere Preisvorschläge als Mitglieder der Kontrollgruppen, die zuvor entweder nur Wasser oder gar nichts eingenommen hatten. Das Ausmaß des beobachteten Effekts überraschte sogar die Forscher. "Die Grenze, ab der kein Preis mehr als unfair betrachtet wurde, lag bei der Zuckergruppe bei 89 Cent, im Vergleich zu 49 Cent bei der Placebo-Gruppe und 39 Cent bei der Gruppe, die gar nichts genommen hatte", berichtet Studien-Mitautor Tim Eberhardt im pressetext-Interview.

Hinter diesem Phänomen vermuten die Wissenschaftler biochemische und neurophysiologische Zusammenhänge. "Frühere Studien mit Magnetresonanz zeigen, dass eine Aktivität im Belohnungszentrum das Sauerstoff im Blut und den Serotonin-Spiegel steigen lässt. Wir wollten überprüfen, wie die Serotonin-Produktion gezielt beeinflusst werden kann", so Eberhardt. Dabei unterstellten sie eine durch Glucose ausgelöste Wirkungskette, die zunächst die Produktion von Insulin anregt, was wiederum den Botenstoff Tryptophan in Gang setzt und schlussendlich in die Ausschüttung von Serotonin im Belohnungszentrum des Gehirns mündet. "In der Studie wurden allerdings keine Gehirnbeobachtung durchgeführt, sondern allein die Effekte gemessen", gibt der Friedrichshafener Forscher zu bedenken.

Empfehlungen für das Marketing wie etwa der Gratis-Schokoriegel am Supermarkt-Eingang wollen die Neuroökonomen jedoch noch nicht abgeben. "Die von uns behauptete Wirkungskette ist hypothetisch und wurde nicht kontrolliert, zudem sind unterschiedliche Vorgänge im Gehirn denkbar, deren Zusammenhang noch weitere Forschung benötigt", gibt sich Eberhardt zurückhaltend. Es sei dennoch gelungen zu zeigen, dass die Glucose-Einnahme einen deutlich wahrnehmbaren Effekt auf die Preiswahrnehmung inklusive der Preisfairness besitzt.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Johannes Pernsteiner
Tel.: +43-1-81140-316
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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