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Fr, 10.02.2012
pte20090729029 Unternehmen/Finanzen, Politik/Recht
EU verschärft Importzölle auf chinesischen Stahl
Härtere Marktbarrieren für die nächsten fünf Jahre geplant
Brüssel/Peking (pte029/29.07.2009/13:15) - Die EU hat mitgeteilt, weitere Einfuhrhürden für chinesische Stahlrohre durchsetzten zu wollen. Bereits im April hatte die EU Zölle von bis zu 25 Prozent auf Stahlrohre aus China verhängt. Die Regelung sollte zunächst nur ein halbes Jahr laufen. Die neuen, verschärften Marktbarrieren werden zwischen 17,7 und 39,2 Prozent betragen und bis zu fünf Jahre gültig sein. Neben gezogenen Stahlrohren hat die EU auch für chinesischen Stahldraht Importzölle angedacht. Diese belaufen sich auf 24 Prozent. Die EU reagiert damit auf Hilferufe von Seiten der Stahlindustrie, die sich zwar langsam von der Krise erholt (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090721037/), jedoch nun mit der Konkurrenz aus China kämpft, die ihren Stahl dank staatlicher Subventionen zu Dumpingpreisen auf den europäischen Markt wirft. Die neuen Einfuhrzölle sollen im Oktober in Kraft treten. In China dementiert man den Vorwurf, Stahlprodukte unterhalb der Herstellungskosten zu verkaufen. Man werde den Fall der WTO melden, heißt es aus Peking. Wirtschaftsminister Chen Deming sagte, er sei angesichts der Antidumping-Maßnahmen in der EU und den Vereinigten Staaten "ernsthaft besorgt" um die Handelsbeziehungen. "Wenn die Zölle eingeführt werden, verlieren wir den EU-Markt", so Tan Ling, Managerin beim chinesischen Stahlrohrhersteller Hengyang Valin. Kommen härtere Zölle, werde man versuchen, den Stahl statt in Europa im nahen Osten und Afrika zu verkaufen, sagt sie. Derzeit exportiert das Unternehmen fünf bis zehn Prozent der Produktion nach Europa. Hiesige Stahlhersteller wie ThyssenKrupp http://www.thyssenkrupp.com oder VoestAlpine http://www.voestalpine.com begrüßen die Regelung. Der Linzer Stahlkonzern produziert die betroffenen Stahlrohre im steirischen Kindberg. "Solche Antidumping-Zölle sind jedenfalls zu begrüßen. Sie helfen, wieder ein Wettbewerbsgleichgewicht herzustellen", so Voest-Pressesprecher Peter Schiefer gegenüber presstext. Chinesische Stahlproduzenten würden teils staatliche Exportsubventionen erhalten und deshalb unter den Herstellungskosten verkaufen. China hat auf dem Bereich der nahtlosen Stahlrohre in der EU derzeit einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Chinesische Stahlrohre konkurrieren auf dem EU-Markt erst seit 2005 mit hiesigen, zeigen aber enormes Wachstumspotenzial. Wurden 2005 noch rund 35.000 Tonnen nach Europa eingeführt, waren es 2008 bereits 552.368 Tonnen. Nahtlose Stahlrohre werden vor allem in der Automobil-, Bau- und Energiebranche nachgefragt. Die europäische Stahlwirtschaft macht jährlich rund 180 Mrd. Euro Umsatz und ist vor allem wegen der hohen Personal- und Umweltschutzkosten anfällig gegen billigere Mitbewerber aus dem Osten. In Europa arbeiten derzeit rund 420.000 Menschen in der Stahlbranche. (Ende)
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