VORSCHAU

PRESSETERMINE
Conference Center BEA Bern :: BERNEXPO
24.05.2012 00:00
Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
24.05.2012 00:00
Aula UKBB
24.05.2012 00:00


IR Nachrichten
23.05.2012 09:30 Wienerberger AG
23.05.2012 08:00 ADX Energy Ltd.
22.05.2012 18:50 OMTV Communications, Inc.


WETTER
Graz: Gewitter
27°
Innsbruck: Gewitter
23°
Linz: Gewitter
23°
Wien: Gewitter
25°
© wetter.net

Stadtname / PLZ

AKTIENKURSE
 
LEBEN
Mi, 23.05.2012
Meldung drucken Artikel weiterleiten
pte20090722004 Medizin/Wellness, Kultur/Lifestyle
Gehirnprozesse halten Magersucht aufrecht
Neurobiologische Faktoren wesentlich für langwierige Heilung
Der Abschied von gestörten Essgewohnheiten fällt Magersüchtigen schwer (Foto: pixelio.de/Sturm)
Der Abschied von gestörten Essgewohnheiten fällt Magersüchtigen schwer (Foto: pixelio.de/Sturm)

Heidelberg (pte004/22.07.2009/06:15) - Magersüchtige halten an ihrem gestörten Essverhalten oft wider eigenem Willen fest, da Veränderungen im Gehirn einen Wechsel eingeübter Routinen erheblich erschweren. Das berichten Neurowissenschaftler der Heidelberger Universitätsklinik für Psychosomatik und Allgemeine Klinische Medizin http://www.med.uni-heidelberg.de in der Zeitschrift "American Journal of Psychiatry".

"Anorexie-Patientinnen sind oft wie gefangen in ihrer Erkrankung. Sie haben große Probleme, sich auf Neues einzulassen oder leiden häufig an hohem Perfektionismus. Eine Ursache dafür sind neuronale Vorgänge", erklärt Hans-Christoph Friederich, Leiter der Arbeitsgruppe Essstörung, gegenüber pressetext. Die Ergebnisse der Forschung sollen einerseits mehr Verständnis über die Ursachen der Krankheit ermöglichen, andererseits könnten sich daraus neue Therapiezugänge eröffnen.

Die Wissenschaftler untersuchten 30 junge Frauen, die teilweise von Anorexie betroffen waren. In einem Experiment ließ man sie ein Verhalten - die schnelle Zuordnung geometrischer Figuren - kurzfristig einüben, ehe in einem zweiten Durchlauf die Zuordnungsregeln geändert wurden. Magersuchtkranke hielten dabei häufiger als gesunde Vergleichspersonen am vertrauten Muster fest und unterdrückten alternatives Verhalten. Die gleichzeitige Beobachtung per Magnetresonanztomographie (MRT) zeigte, dass bei Anorexie-Erkrankten ein bestimmter Netzwerkpfad zwischen Groß- und Zwischenhirn weniger aktiv ist. Dieser Pfad ist für Einleitung und Kontrolle von Handlungen wichtig, besonders wenn sich Umweltbedingungen rasch verändern.

Magersucht wird zunehmend als neuronale Entwicklungsstörung gesehen, erklärt Friederich. "Ein Hinweis dafür ist die Tatsache, dass die Krankheit meist in der Pubertät erstmals auftritt, was eine für die Hirnreifung besonders wichtige Phase darstellt. Die jetzige Forschung zeigt, dass auch eine Störung des fronto-striatalen Schleifensystems beteiligt ist, das für die Verhaltenssteuerung zuständig ist." Über die Auslöser dieser Änderungen gibt es bisher bloß Hypothesen, mögliche Ursachen seien etwa die verringerte Ausschüttung von Sexualhormonen bei Untergewicht, genetische Veranlagungen oder auch Umweltfaktoren. Ein weiterer neurobiologischer Aspekt der Krankheit ist die gestörte Körperwahrnehmung, die eigene Krankheitssignale durch Änderungen im parietalen Kortex häufig übersehen lässt.

Da sich psychische und neurobiologische Faktoren wechselseitig beeinflussen können, können die Ergebnisse zu neuen Therapieansätzen für Anorexie führen. "Derzeit läuft eine Probetherapie, bei der Magersucht-Patientinnen gezielt das Auflösen von Ritualen, Abläufen und Strukturen trainieren. Schaffen die Betroffenen, das Verhalten in anderen Gebieten zu ändern, bedeutet das auch Hoffnung für die Auflösung lange trainierter Essensmuster", so Friederich.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Johannes Pernsteiner
Tel.: +43-1-81140-316
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
Wie fanden Sie diese Meldung?
Weitersagen
likes dislike Share Share |
FACEBOOK
ETARGET

FOCUSTHEMA


SPECIALS


Werbung
middleAdvertising