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Di, 21.07.2009 06:00
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pte20090721001 Unternehmen/Finanzen, Bildung/Karriere

Entlassungswelle treibt Londons Banker in den Tod

Suizide durch Existenzangst ausgelöst - Junge Finanzprofis gefährdet
Immer mehr Banker fühlen sich überfordert (Foto: aboutpixel.de archijack)
Immer mehr Banker fühlen sich überfordert (Foto: aboutpixel.de archijack)

London/Kröning (pte001/21.07.2009/06:00) - Die Folgen der globalen Finanzkrise führen dazu, dass in der europäischen Finanzmetropole London immer mehr junge Finanzjongleure Suizid begehen und mit den Anforderungen und unvermeintlichen Rückschlägen am Arbeitsplatz nicht länger zurechtkommen. Obwohl viele Finanzinstitute ihren Angestellten inzwischen psychologische Unterstützung anbieten, wenn ihnen die Arbeit über den Kopf zu wachsen droht, werden die Hilfen aus Angst, Schwächen eingestehen zu müssen und von der Karriereleiter zu fallen, nur in Ausnahmen angenommen. Die Zahlen verdeutlichen die brisante Lage. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 28.000 Stellen gestrichen. Dieses Jahr werden noch einmal weitere 34.000 Arbeitsplätze wegfallen.

"Die Belastungen am Arbeitsplatz werden auch vor dem Hintergrund der Einsparmaßnahmen zunehmend größer. Damit steigt unweigerlich der Leistungsdruck und Stress, sodass es kaum noch eine Berufsgruppe gibt, die vom Phänomen Suizid verschont bleibt", erklärt Psychologe und Stressexperte Gerd Wenninger http://www.hof-boedldorf.de gegenüber pressetext. Diese Einschätzung bestätigt sich auch mit Blick auf eine Anfang Juli veröffentlichte Erhebung der Oxford University http://www.ox.ac.uk . Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie der Suizidrate existiert. Bei einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit wuchs diese Rate sogar überproportional.

Da sich viele Banker fast ausschließlich über ihre Arbeit definieren und Niederlagen oft nicht in das Selbstbild passen, steigt die Wahrscheinlichkeit für Suizid. Umfragen verdeutlichen die Dramatik. So leiden 20 Prozent aller 20- bis 30-Jährigen im Finanzsektor unter Depressionen oder Angstzuständen, die einhergehen mit immenser Existenzangst, auf einen Schlag alles zu verlieren. Unter Berücksichtigung des Anstiegs der Arbeitslosigkeit kommen die Fachleute zu dem Fazit, dass bei einer Zunahme der Arbeitslosigkeit um ein Prozent, die Zahl der Suizide in der Gruppe der unter 65-Jährigen um 0,8 Prozent wuchs. Der Suizid vom 5. Juli 2009 des erst 24 Jahre alten Deutsche-Bank-Sales-Händlers Anjool Malde ist längst kein Einzelfall.

Weder suspendiert noch entlassen, kletterte der Jungbanker mit einem Glas Champagner in der Hand bei einem Londoner Restaurant über die Balustrade der Dachterrasse und sprang in den Tod. Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, soll Malde einen seiner Bankkunden im Internet veräppelt haben, worauf die Deutsche Bank eine interne Untersuchung einleitete. Ein weiterer Suizid ereignete sich 2008. Kirk Stephenson, Vorstand des Finanzinvestors Olivant, warf sich damals vor einen Zug, der ihn eigentlich an seinen Arbeitsplatz bringen sollte. Die Firma hatte durch Fehlinvestitionen in Banken im Zuge der Finanzkrise Mio.-Beträge in dreistelliger Höhe verloren. Stephenson selbst hatte hingegen keine Schulden.

Weitere Informationen zur Oxford-Untersuchung: http://www.ox.ac.uk/media/news_stories/2009/090708.html

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.austria
   
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