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pte20090716015 Bauen/Wohnen, Unternehmen/Finanzen
Kalifornier müssen aus den eigenen Häusern
Zwangsvollstreckungen auf Rekordhoch - "Karten werden neu gemischt"
Irvine (pte015/16.07.2009/11:20) - Die wirtschaftliche Lage des schuldengeplagten US-Bundesstaates Kalifornien hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschärft. Nachdem Ökonomen und Gouverneur Arnold Schwarzenegger bereits im Februar vor einem "finanziellen Armageddon" gewarnt hatten (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090203020/) und die Regierung mittlerweile Schuldscheine ausgeben muss, stehen weite Teile der Bevölkerung vor einem existenziellen Fiasko. Immer weniger Einwohner können ihre Darlehensschulden bedienen, immer mehr müssen aus ihren Häusern. In den vergangenen sechs Monaten lag Kalifornien in den USA mit Zwangsvollstreckungen mit deutlichem Abstand an der Spitze. Allerdings sieht die Situation in vielen Regionen nicht viel besser aus. "In Kalifornien werden die Karten neu gemischt", erklärt Stefan Kooths, Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) http://www.diw.de , im Gespräch mit pressetext. Die Hauspreissteigerungen waren in dem Staat vor dem Einbruch der Immobilienpreise besonders stark ausgeprägt. "Dass sich die Bevölkerung die Kreditraten von den ehemals hohen Hauspreisen nicht mehr leisten kann, ist keine Überraschung", meint der Experte. Derzeit finde in dem Staat eine Vermögensumverteilung statt. So seien die Zwangsversteigerungen kein Verlust für die Volkswirtschaft, da die Objekte zu günstigen Konditionen weiterversteigert werden. Kalifornien habe jedoch in erster Linie ein Einnahmenproblem. "Es war abzusehen, dass staatliche Leistungen gekürzt werden müssen", betont Kooths gegenüber pressetext. Wenngleich Kalifornien nach wie vor leistungsfähig sei, habe der Staat ein Problem, seine Einnahmen zu generieren. Der US-amerikanische Westen weist mit Nevada die höchste Dichte und mit Kalifornien die höchste Anzahl an Zwangsvollstreckungen auf. Allein im "Golden State" ist das Volumen in nur sechs Monaten um 15 Prozent auf über 391.000 Zwangsversteigerungen gestiegen, wie der Datendienst und Immobilienspezialist RealtyTrac http://www.realtytrac.com aufzeigt. In Nevada wurde für jeden 16. Haushalt ein Exekutionsantrag gestellt. Arizona kommt mit plus 55 Prozent auf die höchste Steigerung. An der Ostküste zeichnen Zwangsvollstreckungen ein ähnliches Bild. Florida liegt mit knapp 270.000 Exekutionen auf Rang zwei. Lediglich das Zentrum der Vereinigten Staaten scheint relativ stabil zu sein. USA-weit sind Zwangsvollstreckungen im ersten Halbjahr um 15 Prozent auf ein Rekordniveau von 1,5 Mio. Häusern gestiegen. Dabei gehen pessimistische Prognosen davon aus, dass Zwangsvollstreckungen erst im kommenden Jahr ihre Spitze erreichen werden. Selbst wenn die Rezession demnächst vorüber sein sollte, würden Preise und Verbrauchervermögen weiter schrumpfen. Ein Preisverfall um weitere sieben Prozent sei daher möglich. (Ende)
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