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pte20090708029 Medien/Kommunikation, Kultur/Lifestyle
Rotes Kreuz: Hilfe in Not seit 150 Jahren
Gewinnen freiwilliger Mitarbeiter bleibt ständige Herausforderung
Wien (pte029/08.07.2009/13:18) - Die Idee des Roten Kreuzes feiert diese Tage ihr 150-jähriges Bestehen. 1859 leitete der Schweizer Henri Dunant angesichts schwerstverwundeter Soldaten in der Schlacht von Solferino freiwillige Hilfsmaßnahmen ein, die in kurzer Zeit zur weltweiten Bewegung des Roten Kreuzes anwuchsen. Diese Organisation stellt heute das größte humanitäre Hilfswerk dar. "Das Rote Kreuz und der Rote Halbmond, wie die Organisation in islamisch geprägten Staaten heißt, haben weltweit über 100 Mio. Mitarbeiter, die zum Großteil freiwillig tätig sind", erklärt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Roten Kreuzes Österreich http://www.roteskreuz.at heute, Mittwoch, in einer Pressekonferenz. Die Grundprinzipien der Organisation hätten sich seit Dunants Zeit nicht geändert, unter ihnen die Hilfe für Menschen in Not, die Unbeteiligtheit und Neutralität. In der Gesellschaft genießt das Rote Kreuz höchstmögliches Vertrauen. Das zeigt eine aktuelle Studie, die das Branding der Organisation demjenigen anderer Marken gegenüberstellt. "Die Marke ist in allen europäischen Ländern eine Power-Brand. Sie gilt als die zuverlässigste, hilfreichste und als jene mit dem größten Verantwortungsbewusstsein", erklärt Alois Schober, CEO von Young & Rubicam http://www.yrvienna.at . Michael Opriesnig, der Marketingleiter des Roten Kreuzes, bezeichnet das große Vertrauen als Herausforderung. "Damit ist eine hohe Erwartungshaltung verbunden, die jeder Mitarbeiter zu erfüllen hat. Es besteht die Gefahr, dass deren Einsatz als Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird. Daher versuchen wir, das Grundmotiv des Roten Kreuzes - Hilfe aus Liebe zum Menschen - stärker in Erinnerung zu rufen." Um die Arbeit auch in Zukunft fortführen zu können, müsse das Rote Kreuz besonders für junge Menschen attraktiv bleiben. Freiwilligkeit hat beim Roten Kreuz einen hohen Stellenwert. Allein in Österreich rechnet man mit 10,8 Mio. freiwillig geleisteten Stunden im Jahr, die einer bewerteten Zeitspende von über 200 Mio. Euro entsprechen. Kopetzky erkennt einen Rückgang der allgemeinen Bereitschaft zur Freiwilligkeit, der bereits seit etwa zwanzig Jahren andauere. Das Rote Kreuz habe es jedoch geschafft, die Mitarbeit konstant zu halten. "Die Anzahl der freiwilligen Mitarbeiter steigt sogar, während die Zeit sinkt, die jeder Einzelne zur Verfügung stellt", so der Generalsekretär im pressetext-Interview. Am ehesten könne man Menschen für die ehrenamtliche Teilnahme an Projekten begeistern, etwa im Bereich der Altersbetreuung, der Jugendarbeit oder für internationale Hilfsprojekte. Als Schlüssel für die Neugewinnung von Mitarbeitern sieht Kopetzky die flächendeckende Kinder- und Jugendarbeit. "9.000 Lehrer kooperieren in den Schulen mit dem Jugendrotkreuz http://www.jugendrotkreuz.at , es gibt Servicestellen und Kinderzeitschriften, daneben organisieren Jugendgruppen regelmäßig Veranstaltungen wie etwa Lager für behinderte Menschen oder Patienten mit Bluterkrankheit." Hohe Bedeutung hätten auch die Zivildiener, von denen viele nach Ende ihres Dienstes als Freiwillige beim Roten Kreuz verbleiben. "Sie empfinden die Tätigkeit als sinnvoll." Die 2006 erfolgte Verkürzung der Zivildienstzeit von acht auf sechs Monate habe die Zahl der zur Abdeckung der Versorgung benötigten Zivildiener allerdings erhöht. "In bestimmten Regionen müssen nun mehr Freiwillige gewonnen werden", so Kopetzky. Ein Schwerpunkt des Roten Kreuzes ist die Arbeit in Katastrophenregionen. Als derzeit größte humanitäre Katastrophen sieht der Rotkreuz-Generalsekretär die Situation in mehreren afrikanischen Staaten. "Das Rote Kreuz ist in Afrika derzeit besonders im Sudan, in Mosambique und in Äthiopien im Einsatz. Kritisch ist die Lage jedoch auch in Bangladesh und Pakistan sowie in den Regionen, die von der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 betroffen waren." Besorgt ist Kopetzky jedoch auch über Entwicklungen in der eigenen Gesellschaft. "Auch hierzulande werden soziale Lücken größer statt kleiner. Zu denken gibt besonders die Einstellung der Bevölkerung Fremden gegenüber, der sich im Anstieg von Xenophobie und Fremdenhass zeigt." Fotos zur Veranstaltung finden Sie unter http://fotodienst.at/browse.mc?album_id=2825 zum Download. (Ende)
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