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pte20090703010 Unternehmen/Finanzen, Medien/Kommunikation
Rassismus-Eklat: Gazprom gründet Joint Venture "Nigaz"
Gruppen auf Facebook und Twitter sehen sich bewusst verunglimpft
Moskau/Achim (pte010/03.07.2009/11:15) - Das weltweit größte Erdgasförderunternehmen Gazprom http://www.gazprom.com entfesselt mit seinem erst vor einer Woche gegründeten Joint Venture eine Rassismusdebatte. So hatten sich Gazprom sowie die an dem Deal beteiligte staatliche nigerianische Ölgesellschaft NNPC http://www.nnpc.com auf den neuen Firmennamen "Nigaz" geeinigt. Weil der Name auch für US-amerikanische Gangster-Rapper steht sowie als äußerst abwertende Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe verwendet wird, sorgt die Namenswahl nun für Entrüstung im Internet. So haben sich bereits Nigerianer unter dem Motto "Nigerians No Nigaz" bei der Social Community Facebook zusammengeschlossen, um eine Umbenennung durchzusetzen. "Eine Namensgebung wie in diesem Fall halte ich gerade im Energiebereich für kritisch. Von einer derartigen Marketingstrategie sollte man vielmehr Abstand nehmen und sich stattdessen von vornherein auf ein positives Image konzentrieren", erklärt Unternehmensberater Bernd Höhne http://www.jobdot.de gegenüber pressetext. Dem Experten zufolge ist es aktuell ein gesellschaftlicher Trend, auf solche abschätzigen Negativnamen aufmerksam zu werden und sich auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter auszutauschen. Einem BBC-Bericht nach sind bereits Hunderte Einträge auf Twitter eingegangen. Neben kritischen Beiträgen sind aber auch humoristische Postings zu finden, diese finden den Namen weniger beleidigend. "Gerade in den USA besitzt die ,Political Correctness' einen großen Stellenwert und wird wie eine Religion verehrt. Dabei steht im Vordergrund, dass möglichst niemandem wegen seiner Herkunft, Hautfarbe oder Religion auf den Schlips getreten wird. In der aktuellen Diskussion sehe ich jedoch auch die Gefahr, dass das Augenmerk nicht auf die wichtigen Probleme gelegt wird, die in diesem Zusammenhang bestehen", erläutert Höhne auf Nachfrage von pressetext. Für das Bündnis zur kommerziellen Erdgasnutzung, das bei der Ölförderung bisher noch zum Großteil ungenutzt bleibt, sind Investitionen in der Höhe von 2,5 Mrd. Dollar vorgesehen. Der russische Präsident Dimitri Medwedew und der nigerianische Amtskollege Umaru Yar' Adua einigten sich auf den Bau von Pipelines, Raffinerien und Gaskraftwerken. Unterdessen überschlagen sich die User-Kommentare zur Namensgebung des Joint Ventures. "Abfälliger kann es nicht sein. Lasst uns unsere Regierung dazu bringen, den Namen wieder zurückzunehmen", schrieb der Urheber der nigerianischen Facebook-Gruppe "No Nigaz" in seinem Beitrag. Auf dem Nachrichten-Internetdienst Twitter hingegen schreibt der Benutzer "transpect", dass der Firmenname Nigaz "der größte Markenfehler in der Weltgeschichte" sei. Für Markenfachleute wie Simon Anholt, der für regierungsgesteuerte Einrichtungen tätig ist, sind Fauxpas wie diese jedoch keine Seltenheit. "Es fehlt die Erfahrung, solche Dinge genau zu prüfen." Obwohl die Aufregung derzeit noch groß sei, werde schon bald niemand mehr darüber reden, so die Einschätzung des Experten. (Ende)
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