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Mi, 23.05.2012
pte20090701027 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Deutsche Post wappnet sich gegen Arcandor-Crash
Kündigungsfristen von 3.000 Mitarbeitern gekürzt - Ausgang noch offen
Bonn/Düsseldorf/Köln (pte027/01.07.2009/13:45) - Die sich zuspitzende Lage beim insolventen Touristik- und Einzelhandelskonzern Arcandor http://www.arcandor.de hat die Deutsche Post AG http://www.post.de heute, Mittwoch, zum Anlass genommen, die Kündigungsfristen von rund 3.000 Mitarbeitern zu verkürzen. Damit bereitet sich der Logistikriese auf eine Zerschlagung seines Großkunden vor. Im Detail habe man sich einvernehmlich mit der Gewerkschaft Verdi auf die bereits im Vorfeld spekulierte Verkürzung der Kündigungsfristen für Tarifverträge verständigt. Die Arcandor-Insolvenz ist für die Post schmerzlich. Schließlich wickelt man die Logistik für Karstadt und Quelle ab. "Keine Frage, Arcandor ist mit seinen Töchtern ein großer Kunde für die Deutsche Post mit einem Umsatz von rund 800 Mio. Euro. Ob die Verkürzung der Kündigungsfristen nun auch ein Signal für einen Stellenabbau sein könnte, ist derzeit völlig offen. Entscheidend ist somit, was konkret mit Arcandor passieren wird", meint ein Branchenanalyst gegenüber pressetext. Käme es aufgrund der Pleite von Arcandor tatsächlich zu Personalstreichungen, würden sich diese nicht nur allein auf die Post-Tochter DHL, sondern auch auf andere Bereiche auswirken, ergänzt der Fachmann. Wie ein Post-Sprecher verlauten ließ, handle es sich bei der aktuellen Anpassung der Kündigungsfristen hingegen um eine "rein vorsorgliche Maßnahme". Um einige Monate kürzere Kündigungsfristen würden es der Post ermöglichen, flexibler auf plötzlich eintretende Marktverschiebungen wie dem Wegfall von Großkunden wie Karstadt oder Quelle zu reagieren, unterstreichen Insider. Laut dem Post-Sprecher "ändert sich für die Mitarbeiter derzeit nichts". Schließlich bestünden die tarifrechtlichen Vereinbarungen weiter. Eine Zerschlagung Arcandors bleibt spekulativ. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg sucht zwar nach Wegen, den Konzern zu erhalten. "Fakt ist aber auch, dass der Insolvenzverwalter den Gläubigern des Unternehmens verpflichtet ist", so Hans-Peter Wodniok, Geschäftsführer des Research-Unternehmens fairesearch http://www.fairesearch.de , gegenüber pressetext. Fachleute warnen unterdessen davor, dass das eingeleitete Insolvenzverfahren bei Arcandor auch massive Auswirkungen auf bestehende Verträge mit der Post haben könnte. Im Zuge der Insolvenz könnten diese Vereinbarungen schließlich neu ausgeschrieben oder durch Görg mit der Forderung nach Vergünstigungen durchgesetzt werden. Der Essener Konzern sei für die Post ein "großer Kunde", hatte das Unternehmen immer wieder betont. Schließlich liefert die Post auch den Quelle-Katalog aus. Die Finanzierung für den Druck des Katalogs sowie die Gehaltsfortzahlung und Lieferantenforderungen wurde nur durch einen Massekredit über 50 Mio. Euro durch Bund und die Ländern Sachsen und Bayern am Montagabend ermöglicht. (Ende)
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