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pte20090629001 Unternehmen/Finanzen, Medien/Kommunikation
Musikindustrie hat Napster "versäumt"
Zusammenarbeit hätte von Beginn an Vorteile gehabt
London (pte001/29.06.2009/06:00) - Die Musikindustrie wäre heute in einem besseren Zustand, wenn sie mit Napster zusammengearbeitet hätte, anstatt es zu bekämpfen, schreibt Geoff Taylor, Leiter der britischen BPI (British Recorded Music Industry) in einem Beitrag für die BBC zum zehnjährigen Jubiläum von Napster. Er findet es schade, dass die Musikindustrie nicht früher Wege gefunden habe, das Internet zu nutzen, um Alben zu promoten und zu verkaufen. Die Nachfolger von Napster schätzt er als reale Bedrohung ein. Sie seien gefährlich, weil sie von Piraten besetzt seien. Es sei jedoch aus rechtlichen Gründen schwierig gewesen 1999, dem Jahr des Napster-Starts, Geschäftsmodelle zu entwickeln. Außerdem sei es technisch nicht möglich gewesen, Urheberrechte durch Kopierschutz-Software zu wahren. Die Musikindustrie hätte Napster aber von Beginn an bekämpft, weil kein Interesse bestand, ein funktionierendes Geschäftsmodell zu entwickeln. "1999 hat Napster ein großartiges digitales Service entwickelt, auf Kosten der Musik, während die Musikindustrie die Musik geschützt hat, mit dem Nachteil, die Entwicklung von digitalen Services zu bremsen", so Taylor. Die Innovation und das Investment von Napster sei jedoch von Piraterie unterlaufen worden. Napster habe jedoch nicht nur Auswirkungen auf die technische Entwicklung gehabt. "Die Erfindung von Napster und alles was folgte könnte bald seinen größten Verdienst offenbaren - eine Renaissance der künstlerischen Kreativität im digitalen Zeitalter." Man könne jedoch nicht abstreiten, dass Milliarden von illegalen Musik-Downloads die Branche jedes Jahr schädigten. Jim Killock von der Open Rights Group begrüßt das Statement von Geoff Taylor. Die Industrie sei jedoch in ihrem Kampf gegen P2P-Netzwerke gerade dabei, denselben Fehler erneut zu machen. "Durch das Vorgehen gegen die Nutzer riskieren sie die größten aller Musikfans zu verschrecken und Copyright in Verruf zu bringen." (Ende)
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