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Mi, 23.05.2012
pte20090625038 Unternehmen/Finanzen, Umwelt/Energie
Irak öffnet internationalen Öl-Konzernen die Tür
Förderung soll mithilfe der Konzerne beinahe verdreifacht werden
Bagdad (pte038/25.06.2009/16:27) - Das an Ölvorkommen drittreichste Land der Welt öffnet sich ausländischen Konzernen. Über 30 Jahre nach der Enteignung der Bohrkonzessionen durch Diktator Saddam Hussein 1975 und dem Einbruch der Förderungen aufgrund der politischen Konflikte steht die Rückkehr internationaler Ölbohrer unmittelbar bevor. Während bereits vor einem Jahr über Verträge mit den europäischen und US-amerikanischen Riesen Shell, Exxon Mobil, Total und Chevron verhandelt wurde (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080620030/), bieten Ende Juni 35 weitere Konzerne erstmals unter öffentlicher Ausschreibung um Bohr- und Explorationsrechte für sechs Ölfelder. Durch deren Hilfe will der Irak seine bisherigen Förderrekorde sprengen und die Staatskasse füllen. "Es dürfte noch eine Weile dauern, bis das zusätzliche Öl aus dem Irak tatsächlich fließt", meint Michael Blumenroth, Rohstoffhändler bei der Deutschen Bank http://www.deutsche-bank.de , im Gespräch mit pressetext. Ab dem Zeitpunkt plant der Irak eine knappe Verdreifachung seiner bisherigen täglichen Fördermengen. Während das Land nach Angaben der Internationalen Energieagentur im Mai mit 2,4 Mio. Barrel beinahe die Rekordmengen der Jahre 1999 und 2000 von 2,6 Mio. Barrel erreichte, sollen 2015 rund sechs Mio. Barrel pro Tag gepumpt werden. Damit würde der Irak weiter zum größten Ölförderer Saudi-Arabien mit acht Mio. Barrel aufschließen. "Die Nachricht allein macht noch keinen Unterschied im Preis aus. Dieser reagiert erst, wenn die Mengen tatsächlich in den Markt kommen", erklärt Blumenroth. Sollte das Angebot jedoch massiv steigen, könnte der Preis bärisch reagieren. "Der Irak ist nicht das wichtigste Öl-Gebiet auf dem Erdball. Kurzfristig sind aufgrund seiner Öffnung keine Auswirkungen auf den Preis zu erwarten", so Blumenroth gegenüber pressetext. Von Hedge-Fonds fließe derzeit wieder viel Geld in Öl und China habe seine Bestände aufgebaut, weshalb der Markt long zu bewerten sei. Der Irak verfügt über nachgewiesene Ölreserven von 115 Mrd. Barrel. Weitere rund 100 Mrd. Barrel werden vermutet und sollen mithilfe der internationalen Konzerne erschlossen werden. Nicht zuletzt deshalb besteht vonseiten der Industrie hohes Interesse am Irak. So hat sich etwa die chinesische Sinopec Group durch die Übernahme des Schweizer Öl- und Gasförderers Addax http://www.addaxpetroleum.com den Zugang zu den kurdischen Gebieten gesichert (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090617036/). Den Konzernen wird eine direkte Beteiligung an den Feldern mit einem Volumen von vorerst 43 Mrd. Barrel angeboten. Bei einem Ölpreis von 50 Dollar würden die Deals in den kommenden 20 Jahren rund 1,7 Bio. Dollar in die Staatskasse der irakischen Regierung spülen. Im gleichen Zeitraum erwarten die Unternehmen Erlöse in Höhe von rund 16 Mrd. Dollar. In Iraks Parlament stoßen die Pläne zur Öffnung der Ölfelder für internationale Konzerne jedoch besonders vonseiten der irakischen Kurden noch auf Widerstand. Diese hatten Anfang Juni mit Öl-Exporten aus ihren Gebieten begonnen und eigene Verträge mit privaten Unternehmen geschlossen, die als nicht rechtmäßig bewertet wurden. (Ende)
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