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Fr, 10.02.2012
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pte20090625028 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Arcandor-Pleite: Versicherer Euler Hermes zahlt
Noch bis zu 40 Mio. Euro an Lieferanten-Forderungen offen
Euler Hermes muss für rund 40 Mio. Euro gerade stehen (Foto: arcandor.de)
Euler Hermes muss für rund 40 Mio. Euro gerade stehen (Foto: arcandor.de)

Essen/Hamburg/Frankfurt (pte028/25.06.2009/13:50) - Die Insolvenz des deutschen Touristik- und Einzelhandelskonzerns Arcandor http://www.arcandor.de beschert der kreditversichernden Allianz-Tochter Euler Hermes http://www.eulerhermes.de Hunderte ausstehende Lieferanten-Forderungen im Ausmaß von bis zu 40 Mio. Euro. Wie Euler-Hermes-Chef Gerd-Uwe Baden in einem Bericht der Financial Times Deutschland sagt, wolle man "auch in kritischen Zeiten zu Unternehmen wie Arcandor stehen". Mit dieser Strategie stemmt sich Baden gegen Vorwürfe, man wolle den Versicherungsschutz immer mehr einschränken.

Den Stein ins Rollen gebracht haben in den vergangenen Wochen und Monaten vor allem die Industrieverbände, die auch klein- bis mittelständische Lieferanten vertreten. So wird den Versicherern vor allem vorgeworfen, dass sie den Versicherungsschutz in Zeiten der Krise zu weit einschränken sowie zu streng prüfen. Schließlich liege die Aufgabe der Kreditversicherer darin, Unternehmen wie Arcandor davor zu bewahren, dass sie zahlungsfähig werden und ihre Rechnungen gegenüber den Lieferanten nicht bezahlen. So sind Deckungssummen umstritten.

Die Risikobeteiligung bei Zahlungsausfällen wurde von der Versicherung für die Lieferanten angehoben. Das bedeutet, dass die Lieferanten im Falle einer Zahlungsunfähigkeit Arcandors nur noch 60 Prozent anstatt wie bisher 85 Prozent der offenen Forderung ersetzt bekommen. Für viele Lieferanten bedeutet das jedoch, dass sie mögliche Zahlungsausfälle entweder selbst tragen oder sogar auf Vorkasse bestehen müssen. Hinzu kommt die allgemein angespannte Lage bei der Vergabe von Krediten, wenn die Lieferanten keine ausreichende Deckung haben.

Der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung http://www.wsm-net.de spricht hierbei sogar von einer "unheilvollen Spirale, die in Gang kommt". Die gesenkte Deckungsgrenze bei Arcandor durch Euler Hermes hat demzufolge dazu geführt, dass Geschäfte der Zulieferer mit dem insolventen Konzern riskanter sind. Obwohl die Allianz-Tochtergesellschaft seit Beginn der Rezession die Deckungssummen bei vielen Unternehmen abgesenkt hat, habe man dies in Anbetracht der möglichen wirtschaftlichen Folgen um weniger als zehn Prozent veranlasst.

"Wer als Zulieferer spätestens seit April dieses Jahres noch immer seine Waren an Arcandor schickt und auf die Begleichung der Beträge hofft, dem ist nicht mehr zu helfen. Daher ist zu raten, dass Bestellungen vornehmlich gegen Cash oder zumindest gegen Anzahlung geliefert werden", sagt Hans-Peter Wodniok, Geschäftsführer des Research-Unternehmens fairesearch http://www.fairesearch.de , auf Nachfrage von pressetext. Laut dem Branchenkenner werde es zu einer Zerschlagung des Konzerns kommen. Die Sparte Thomas Cook sei am wertvollsten.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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