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Fr, 10.02.2012
pte20090618002 Medien/Kommunikation, Politik/Recht
Teheran: Lage für Auslandsmedien verschärft sich
Regierung geht mit Störsendern gegen BBC-TV-Sender vor
Teheran (pte002/18.06.2009/06:05) - Die Situation für ausländische Medienvertreter in der iranischen Hauptstadt Teheran spitzt sich weiter zu. Nachdem die politische Führung kürzlich ein generelles Ausgangsverbot für ausländische Medien verhängt hat, um eine Berichterstattung über geplante Demonstration von Regierungsgegnern auf den Strassen der Millionenmetropole zu verhindern, sorgt nun bereits die nächste Meldung im Internet für Aufregung. So berichtet der britische Guardian, dass das iranische Regime mittlerweile sogar mit speziellen Störsendern vom Boden aus versuche, das TV-Signal des internationalen BBC-Nachrichtendienstes zu sabotieren. Betroffen seien vor allem der BBC-World-News-Service sowie mehrere persische Fernsehsender. "Was wir hier erleben hat schon eine starke Ähnlichkeit mit elektronischer Kriegsführung", wird ein Senior Corporation Insider des TV-Senders zitiert. "Was die Situation für ausländische Medien im Iran betrifft, ist im Moment keine Entspannung in Sicht", stellt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich (ROG) http://www.rog.at , im Gespräch mit pressetext fest. Das Regime von Präsident Mahmud Ahmadinejad habe inzwischen einen regelrechten Informationskrieg entfacht und versuche mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, eine Berichterstattung über die Protestkundgebungen der politischen Opposition zu verhindern. "Die internationalen Medienvertreter wurden unter Hausarrest gestellt. Wir wissen auch von einem Fall eines ARD-Korrespondenten, dessen Büro in Teheran von Regierungstruppen durchsucht worden ist. Ein technischer Mitarbeiter wurde dabei einfach mitgenommen", schildert Möhring. Dass nun sogar die TV-Signale von Fernsehsendern auf der Abschussliste der iranischen Regierung gelandet sind, sei auch Ausdruck dafür, wie ernst die Lage mittlerweile für das dortige Regime geworden sei. "Offenbar ist das eine hochkritische Situation für die Regierung Ahmadinejads, denn sonst würde sie nicht dermaßen hart reagieren", meint Möhring. Vor allem dem Internet sei es in diesem Zusammenhang zu verdanken, dass die Weltöffentlichkeit trotz der gegenwärtigen Informationssperre immer noch mit Neuigkeiten und Bildmaterial zu den Unruhen in Teheran versorgt werde. "Die Auseinandersetzungen im Iran werden insbesondere auch im Netz ausgetragen, wo private Quellen einen Einblick in das aktuelle Geschehen geben. Medienkonsumenten müssen sich aber dessen bewusst sein, dass hier eine große Manipulationsgefahr besteht, da derartige Berichte nicht professionell journalistisch überprüft worden sind", betont Möhring. Laut Guardian-Bericht hat die Revolutionary Guard, eine Elitetruppe, die direkt dem geistigen Führer des Iran Ayatollah Ali Khamenei unterstellt ist, mittlerweile die Betreiber aller innerstaatlicher Webseiten und Blogs dazu aufgefordert, jegliche Form von Online-Material, das die Spannungen nach dem umstrittenen Wahlausgang weiter anfeuern könnte, vom Netz zu nehmen. Wer dieser Aufforderung nicht nachkommt, müsse sich auf ein gerichtliches Verfahren einstellen, verkündete ein Sprecher der Elitetruppe über den staatlichen Nachrichtenservice des Iran. (Ende)
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