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Do, 09.02.2012
pte20090617021 Unternehmen/Finanzen, Auto/Verkehr
BMW-Mitarbeiter sollen keine Fremdmarken fahren
Werbeaktion mahnt zur Markentreue - Experte bezweifelt Sinn und Zweck
München/Geislingen (pte021/17.06.2009/11:15) - "Was stimmt hier nicht? Sie wissen Ihren Arbeitsplatz und Ihr Einkommen zu schätzen. Aber Sie fahren ein Fahrzeug der Konkurrenz." Mit dieser Botschaft hat der bayrische Autobauer BMW seine Mitarbeiter zur Markentreue aufgefordert. Mittels blau-weißer Werbekarten, die unter die Scheibenwischer geklemmt wurden, sollen vor allem jene Angestellten angemahnt werden, die keinen Mini oder BMW fahren. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge fand etwa jeder zehnte der insgesamt 73.252 Mitarbeiter in den deutschen BMW-Werken die ungewöhnliche Eigenwerbung für die Produkte seines Arbeitgebers an seinem Privatauto. "Ich glaube kaum, dass sich das BMW-Management mit Aktionen wie diesen einen Gefallen tut. Der Schuss dürfte eher nach hinten losgehen, da BMW-Fahrzeuge im Premium-Segment angesiedelt sind und von den Betriebskosten höher als andere Marken liegen", erläutert Stefan Reindl, stellvertretender Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen http://www.ifa-info.de , gegenüber pressetext. Laut dem Fachmann haben bereits andere Automobilhersteller ähnliche Maßnahmen wie nun auch bei BMW durchlaufen - größtenteils ohne durchschlagenden Erfolg. Diese Einschätzung bestätigt sich mit Blick auf Volkswagen. Erst im Februar hatte VW Fremdmarken die Einfahrt ins Werk untersagt (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090205018/). Trotz dieser bereits bei anderen Herstellern im Vorfeld negativen Erfahrungen ließ BMW die Karten auf den Parkflächen der Werke München, Dingolfing, Regensburg, Leipzig und Berlin verteilen. Aber nicht jeder mit einer Fremdmarke bekam den dezenten Hinweis. Wer etwa mit einem Chrysler Voyager, einem VW Sharan oder einem anderen Van zu seinem Arbeitsplatz fuhr, blieb unberücksichtigt. Vergleichbare Großraumautos bietet die BMW-Gruppe nämlich nicht an. Gezielt ausgewählt wurden dagegen nur Fahrzeuge, die direkte Konkurrenzprodukte sind. So wurden die Volkswagen-Modelle Golf und Passat sowie der Audi A4 bedacht. BMW will nun eigenen Angaben nach "einen Denkprozess anregen". Die aktuellen Geschäftszahlen sprechen für sich. Für das erste Quartal wies BMW einen Verlust von 55 Mio. Euro aus. Obwohl das Münchner Traditionsunternehmen betont, seinen Mitarbeitern nicht vorschreiben zu wollen, welche Fahrzeuge sie zu fahren haben und niemand personalrechtliche Folgen zu befürchten hat, bleibt für Reindl ein schaler Beigeschmack. "Gerade wenn man diesen Aspekt mehr als deutlich hervorstreicht, wird es unglaubwürdig. Da stellt sich dann schon die Frage nach dem Sinn und Zweck dieser Aktion", fügt Reindl gegenüber pressetext hinzu. BMW ist dagegen von der Maßnahme überzeugt und verweist darauf, dass diese keinen Einfluss auf die Bewertung der Arbeitsleistung hat. Schließlich stelle man "leidenschaftliche" Fahrzeuge her und will lediglich die "Sensibilität für emotionale Produkte wecken". Dabei handelte es sich um eine gemeinsame Aktion von BMW-Vertrieb, der Personalabteilung und dem Betriebsrat. (Ende)
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