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Mi, 23.05.2012
pte20090616004 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Airlines lassen Flugzeugbauer hängen
Schulden treffen gesamte Produktionskette - 40 Prozent der Zulieferer bedroht
München (pte004/16.06.2009/06:15) - Die Turbulenzen der Luftfahrtbranche hinterlassen mittlerweile in der gesamten Industrie ihre Spuren. Ausgehend von den Airlines hat sich die Krise über die Hersteller bis zu den Zulieferern vorgearbeitet, deren Situation sich weiter verschärft. Wie die Beratungsgesellschaft AlixPartners http://www.alixpartners.com aufzeigt, hat die Aerospace-Industrie in den vergangenen fünf Jahren zwar ein solides Wachstum erlebt. Die enormen Schulden der Fluggesellschaften äußern sich nunmehr jedoch in Form leerer Auftragsbücher bei den Herstellern. Dabei seien US-amerikanische Fluglinien mit einem durchschnittlichen Verschuldungsgrad von 80 Prozent deutlich stärker betroffen als europäische mit rund 42 Prozent. Mangels Liquidität streichen die Airlines Aufträge bereits georderter Maschinen, was die Hersteller wiederum an ihre Zulieferer weitergeben. Rund 40 Prozent bewegen sich bereits "im finanziellen Risikobereich". "Das Management von in Schwierigkeiten geratenen Zulieferern wird für die großen Hersteller noch stärker als bisher zu einem entscheidenden Thema werden", meint Alix-Managing-Director Stefan Ohl. Der Anteil gefährdeter Zulieferfirmen sei dramatisch gestiegen. Die Unternehmen bleiben auf ihren Beständen sitzen, während sich die Konkurrenzsituation verschärft. Wie bei den Airlines hat der eingebrochene Absatz zu einem starken Schuldenanstieg geführt. Bei den Zulieferern ist der durchschnittliche Verschuldungsgrad seit rund einem Jahr um 15 Prozent gestiegen. Zudem stehen nach Einschätzung der Internationalen Luftfahrtvereinigung IATA in diesem Jahr Verluste in der Höhe von neun Mrd. Dollar im Raum - ein Finanzloch, das für Hersteller und Zulieferer ebenso bedrohlich ist wie für die Airlines selbst. Die Luftfahrt- und Flugzeugindustrie steht Experten zufolge vor einer deutlichen Marktbereinigung. In dem Konsolidierungsprozess würden sich Chancen für starke und trotz Krise noch liquide Unternehmen bieten, sich breiter aufzustellen und gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Vornehmlich kleinere Player würden hingegen ausgesiebt. Um die Krise bis zum nächsten Aufschwung zu überstehen, sei eine Reihe von Maßnahmen erforderlich. Besonders Sparsamkeit sei in den kommenden Monaten angesagt, um die eigene Profitabilität zu erhöhen. Dadurch könnten weitere Stellen bei den betroffenen Unternehmen wackeln und Mitarbeiter einer noch ungewisseren Situation ausgesetzt sein als bisher. Erst langfristig würden Luftverkehr und Flugzeugindustrie wieder stärker wachsen als die übrige Wirtschaft. (Ende)
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