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pte20090610016 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Arcandor und Co: Haussezeit für Insolvenzverwalter
Unternehmenspleiten steigen 2009 sprunghaft an
Düsseldorf (pte016/10.06.2009/11:23) - Arcandor ist nur das jüngste Beispiel von vielen. Knapp 8.000 Unternehmen haben allein in den ersten drei Monaten 2009 Insolvenz angemeldet und es vergeht kaum ein Tag ohne neue Pleiten. Wie das Statistische Bundesamt Destatis http://www.destatis.de heute, Mittwoch, mitteilt, ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen anders als die der Verbraucherinsolvenzen im ersten Quartal um zehn Prozent sprunghaft angestiegen. Mit ihr schießen Insolvenzverwalter wie Pilze aus dem Boden. Sowohl Profis als auch Neueinsteiger und Berufsanfänger wollen in diesen Haussezeiten am Kuchen mitnaschen. Ohnehin existenzgefährdete Unternehmen laufen dadurch jedoch zunehmend Gefahr, in schlechte Hände zu geraten. Grundsätzlich stellt sich außerdem die Sinnfrage hinter einer Insolvenz. Insolvenzen sind für Unternehmen nur im Fall einer erfolgreichen Restrukturierung sinnvoll, um sich wieder fit für den Markt zu machen. Sie müssten überzeugt sein, danach eine Nachfrage bedienen zu können, wie Finanzierungsexperte Andreas Reinthaler, Geschäftsführer der auf Mergers und Finanzierungen spezialisierten M27 Gruppe http://www.m27.eu , gegenüber pressetext erläutert. Bei der Vielzahl an Insolvenzen bleibt jedoch fraglich, wie viele Unternehmen nach ihren Insolvenzverfahren und Neupositionierungen auf Nachfrage stoßen bzw. diese bedienen können. Gerade in einer konjunkturellen Abschwungphase ist zweifelhaft, ob sich binnen weniger Monate an der individuellen Marktsituation Wesentliches ändert, um schlussendlich ein Überleben der Betriebe gewährleisten zu können. Im Fall des Handelskonzerns Arcandor verhält sich die Situation trotz der breiten Aufstellung, der Unternehmensgröße sowie des hohen Bekanntheitsgrads seiner Marken nicht anders als bei kleineren Unternehmen. So wird die beantragte Insolvenz sowohl von Experten wie auch den in den Verhandlungen der vergangenen Tage federführenden Politikern als Chance für den Konzern und die rund 43.000 Mitarbeiter erachtet, die um ihre Arbeitsplätze bangen müssen. Um diese Chance zu wahren, müssten im Zuge der Restrukturierung jedoch vornehmlich jene Managementfehler ausgeräumt werden, die Arcandor erst in die Insolvenz führten. Die Zahl an Unternehmensinsolvenzen wird Experten zufolge im laufenden Jahr noch weiter ansteigen. Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform http://www.creditreform.de sind 2009 bis zu 35.000 Pleiten zu erwarten, was einem Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Dabei haben die offenen Forderungen der Gläubiger gegenüber den Unternehmen in Insolvenzverfahren allein von Januar bis März bereits um 2,4 auf 9,7 Mrd. Euro zugelegt. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist im gleichen Zeitraum hingegen um 2,4 Prozent geschrumpft. (Ende)
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