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Sa, 11.02.2012
pte20090526036 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Irak will Grundstücke an Ausländer verschachern
Fallender Ölpreis führt zur Lockerung des Investitionsgesetzes
Bagdad/Berlin (pte036/26.05.2009/13:40) - Trotz der heiklen Sicherheitslage und labilen politischen Machtkonstellationen im Irak erwägt die Regierung nun, ausländischen Investoren den Erwerb von Grundstücken zu erleichtern. In einem heute, Dienstag, veröffentlichten Statement der irakischen Regierung soll eine Reform des Investitionsgesetzes noch bis Jahresende unter Dach und Fach gebracht werden. Auf diese Weise beabsichtigt man, dass ausländische Firmen künftig irakischen Grundbesitz kaufen und diesen anschließend auch behalten dürfen. "Obwohl sich die Sicherheitslage in den vergangenen Monaten deutlich verbessert hat, bleibt es für Unternehmen nach wie vor schwierig, dort allein aktiv zu werden. Aus diesem Grund empfehlen wir Firmen, die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts ernst zu nehmen und sich vor Ort lokale Partner zu suchen. Die beabsichtigte Lockerung des Investitionsgesetzes ist zwar in jedem Fall zu begrüßen, muss aber auch durch internationale Verträge abgesichert werden", unterstreicht Felix Neugart, Referatsleiter Nordafrika / Nah- und Mittelost beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag http://www.dihk.de , gegenüber pressetext. Laut dem Fachmann ist die Reform jedoch auch als eine Reaktion auf den kontinuierlich fallenden Ölpreis zu sehen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090211043/). Dass die Reform des Investitionsgesetzes zur richtigen Zeit kommt, ist vor allem aus Sicht der im Irak ansässigen ausländischen Unternehmen verspätet. Wie der Vorsitzende der nationalen Investitionskommission Sami al-Aradschi bereits am Montag sagte, sollen Ausländer in naher Zukunft Grundbesitz kaufen dürfen. Auswärtige Geschäftsleute fordern dies schon sehr lange. Schließlich sind viele irakische Ländereien durch sogenannte Agrargesetze geschützt. Andere Gebiete können von ausländischen Projektentwicklern oder Betrieben wiederum nur für einen bestimmten Zeitraum genutzt werden. Nach Ablauf einer Frist ging der Boden mitsamt aller auf ihm stehenden Gebäude bislang in Staatsbesitz über. Aradschi hofft durch die Reform, die Investoren zukünftig im Land zu halten und die Änderungen bis September zu verabschieden. "Der Irak weist derzeit ein immenses Wachstumspotenzial auf. Vor allem bei der Errichtung der gesamten Infrastruktur ist der Investitionsbedarf riesig. Dies bezieht sich neben dem Bau von Straßen und Gebäuden, der Elektrizitäts- und Wasserversorgung auch auf die Schaffung eines funktionierenden Bildungs- und Gesundheitssystems", erläutert Neugart auf Nachfrage von pressetext. Aufgrund des Ölpreisverfalls geriet selbst der Irak mit den zweitgrößten Öl-Reserven Ende des Vorjahres in die Bredouille. Noch vor einem Jahr verortete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag bei der Ölförderung große Handelsoptionen für deutsche Unternehmen. Den Optimismus für eine Ansiedlung sahen die Fachleute mit Blick auf die 1960er- und 1970er-Jahre. Damals galt der Irak als einer der wichtigen Außenhandelspartner für die Bundesrepublik (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080722026/). (Ende)
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