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pte20090526024 Tourismus/Reisen, Forschung/Technologie
Menschliche Pathogene bedrohen prähistorische Höhlen
Nach Schwarzen Pilzen zerstören nun Bakterien das Weltkulturerbe
Lascaux2
Lascaux2
[ Foto ]

Montignac/Lascaux (pte024/26.05.2009/11:05) - Der Zugang zu den prähistorischen Höhlenmalereien in Lascaux - im Südwesten Frankreichs - wurde 1963 zwar für die Öffentlichkeit gesperrt. Dennoch sind die zwischen 16.000 und 17.000 Jahre alten Malereien nun von menschlichen Pathogenen bedroht, berichtet das Fachmagazin Naturwissenschaften http://www.springerlink.com . Vier Jahre nachdem in den Höhlen ein Fungizid versprüht wurde, sind nun Bakterien aufgetaucht, die offensichtlich mit Menschen in die Höhlen gekommen sind.

Die Höhlenmalereien in Lascaux zählen gemeinsam mit denen im spanischen Altamira zu den ältesten Beispielen menschlicher Malkunst. 1940 wurden die Höhlen in Lascaux entdeckt und acht Jahre danach für das Publikum geöffnet. Damals habe die Reihe unglücklicher Verkettungen begonnen, schreiben die Autoren um Cesareo Saiz-Jimenez vom spanischen Institut für natürliche und agrobiologische Forschung in Sevilla. Mehr als 1.800 Menschen haben die Höhlen tagtäglich besucht. Die Atemluft der Besucher hat das Mikroklima stark verändert. 1963 wurde der Zugang gesperrt. Zusätzlich wurden neue Klimaanlagen installiert. 2001 konnten die Forscher Schimmelpilze der Spezies Fusarium solani in der Höhle feststellen. Danach wurden die Wände mit Fungiziden besprüht. Diese haben aber dafür gesorgt, dass sich das Klima in der Höhle dramatisch verschlechtert hat.

Elf spanische und französische Forscher haben nun Proben aus der Höhle entnommen, untersucht und mit bisher unberührten ähnlichen prähistorischen Stätten in Spanien verglichen. Fast alle Protozoen und Bakterien, die in Lascaux gefunden wurden, stehen mit menschlichen Aktivitäten in Verbindung. "Ziemlich sicher ist, dass der Benzalkoniumchlorid-Spray gegen die Pilze, der von 2001 bis 2004 aufgetragen wurde, nun zur Vermehrung von anderen Pathogenen geführt hat", so Saiz-Jimenez. Die Substanz, die für ihre desinfizierende und konservierende Wirkung bekannt ist, habe zu einer dramatischen Veränderung der Biodiversität in der Höhle geführt. Anschließend in die Höhle gebrachte Keime konnten sich ungehindert ausbreiten.

Nach Angaben von Saiz-Jimenez gebe es allerdings berechtigte Hoffnung auf eine Rettung der Wandmalereien. Sein Forscherteam hat nämlich Konservierungstechniken in spanischen Höhlen untersucht, die ohne Fungizide auskommen, indem sie peinlichst genau auf das Raumklima achten. Zudem untersuchen die Wissenschaftler, ob Wasserstoffperoxid jene organischen Substanzen vernichten kann, von denen sich die Pilze und Bakterien ernähren.

"Trotz der Besuchersperre in der Höhle von Lascaux können Reisende auch heute noch die Malereien besichtigen, denn in unmittelbarer Nähe wurde eine identische Nachbildung geschaffen", so Christel Sarry, Pressesprecherin vom Französischen Fremdenverkehrsamt Maison de la France http://www.franceguide.com gegenüber pressetext. "Lascaux II wurde von 1978 bis 1983 unter großem finanziellen Aufwand errichtet." Dabei habe man weder Kosten noch Mühe gescheut, ganz nahe am Original zu bleiben. "Für die Malereien wurden beispielsweise natürliche Pigmentfarben genommen, wie sie auch im Original verwendet wurden", so Sarry. Lascaux befindet sich im Department Dordogne http://www.dordogne-perigord-tourisme.fr , das reich an archäologischen Fundorten, Petroglyphen, Felsmalereien und Skulpturen aus der Steinzeit ist. "Anziehungspunkte für Reisende sind darüber hinaus auch einige Burgen, zahlreichen Schlösser und verschiedene Abteien", so Sarry abschließend.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-81140-307
E-Mail:
pressetext.austria
   
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