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pte20090515029 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Barclays will Vermögensverwaltung loswerden
Verkauf könnte zwölf Mrd. Dollar einbringen - Aktie legt drei Prozent zu
Barclays will Eigenkapitalquote erhöhen (Foto: group.barclays.com)
Barclays will Eigenkapitalquote erhöhen (Foto: group.barclays.com)

London/New York/Eppstein (pte029/15.05.2009/13:55) - Der britische Finanzgroßkonzern Barclays http://group.barclays.com steht offenbar kurz vor dem Verkauf seines Vermögensverwaltungsgeschäfts. Wie das Wall Street Journal heute, Freitag, schreibt, könnte dem Finanzgiganten bei einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen ein Erlös von bis zu zwölf Mrd. Dollar ins Haus stehen. Zum Kreis der Interessenten soll der US-Vermögensverwalter BlackRock http://blackrock.com gehören. Allein der zur Disposition stehende Geschäftszweig Barclays Global Investors hat Experten zufolge einen gegenwärtigen Verkaufswert von umgerechnet rund 7,4 Mrd. Euro. Die Börsianer feiern die Spekulationen und schicken die Aktie bei Redaktionsschluss dieser Meldung (13:50 Uhr) mit einem Plus von 3,45 Prozent bei 3,00 Euro in die Gewinnzone.

"Nachdem Barclays schon einmal vor Jahrzehnten unter Staatsobhut gestanden ist und danach das Geschäftskonzept neu ausgerichtet hat, ist der Verkauf der Vermögensverwaltungssparte eigentlich nur daraus abzuleiten, dass man nicht länger über die kritische Masse verfügt", sagt Marktanalyst und Branchenkenner Heino Ruland vom gleichnamigen Research-Unternehmen http://ruland-research.com auf Nachfrage von pressetext. Laut dem Insider ist die Konkurrenz im Bereich der von Banken und Versicherungen gegenwärtig angebotenen Dienstleistungen rund um die Vermögensverwaltung sehr stark. "Ob das Geschäft nun die UBS, Allianz oder die Deutsche Bank betreiben - der Druck auf die Margen nimmt zu und scheint Barclays zu den aktuellen Überlegungen bewogen zu haben", erklärt Ruland weiter.

BlackRock gilt in Finanzkreisen als wahrscheinlichster Partner für die Briten. Die Amerikaner könnten mit dem zu Barclays Global Investors gehörenden Index-Fondsanbieter iShares ihre Sparte Exchange Traded Funds (ETF) ausbauen. ETFs sind börsengehandelte Fonds, die vor allem Investoren nutzen, um auf die Entwicklung von Aktienindizes zu setzen. Obwohl es derzeit noch keine öffentliche Stellungnahme zu den aktuellen Gerüchten gibt und sich auch BlackRock bislang nicht zu den laufenden Verhandlungen äußern wollte, scheint ein baldiger Verkauf in Aussicht. Für iShares hingegen bleibt weiter offen, ob die New Yorker den Zuschlag erhalten werden. Bereits vor einem Monat hatte der Finanzinvestor CVC Capital Barclays für iShares ein Angebot von umgerechnet rund 3,3 Mrd. Euro unterbreitet.

Weil sich die Briten bis Juni jedoch offen ließen, noch weitere, bessere Angebote abzuwarten, scheinen die Bieterkarten für iShares neu gemischt. Spekulationen nach sollen weitere Bieter an dem Barclays-Global-Investors-Arm interessiert sein. Einem Bericht der Financial Times zufolge spielen hingegen auch die Finanzinvestoren BC Partners sowie Hellman & Friedman mit dem Gedanken, ein Gegengebot für iShares abzugeben. Obwohl Barclays im Vergleich zu Mitbewerbern wie der Royal Bank of Scotland oder Lloyds die Krise bislang ohne staatliche Hilfen überstanden hat, jedoch die eigene Kapitaldecke stärken muss, sind Analysten davon überzeugt, dass es zu einem Verkauf des Vermögensverwaltungsgeschäfts kommen wird. Barclays kann das Kapital gut gebrauchen, die Kernkapitalquote beträgt nur 6,7 Prozent. "Eine Kapitalerhöhung zu diesem Zweck wäre zwar einfacher, aber mit dem volatilen Umfeld nahezu unmöglich für Barclays gewesen", so Ruland abschließend gegenüber pressetext.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.austria
   
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