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Do, 09.02.2012
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pte20090509002 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Allianz setzt Dresdner-Bank-Kunden unter Druck
Manager-Interessenkonflikt zerstört Loyalität von Verbrauchern
Allianz läutet Gerangel um Kunden ein (Foto: pixelio.de, Rainer Sturm)
Allianz läutet Gerangel um Kunden ein (Foto: pixelio.de, Rainer Sturm)

München (pte002/09.05.2009/06:00) - Rund acht Monate nach dem Verkauf der ehemaligen Allianz-Tochter Dresdner Bank an die Commerzbank, werben die Münchner nun aggressiv Kunden ab. Die neue Allianz-Bank wird der heutigen Ausgangslage nach wahrscheinlich weniger Kundschaft haben als geplant. Um kein Dasein als unbedeutender Nischenplayer zu fristen, sollen Dresdner-Bank-Kunden mit einem sogenannten Kundenbrief, dessen Versand bereits am 15. April begonnen hat, die Vorzüge eines Wechsels zur Allianz-Bank schmackhaft gemacht werden. Dabei verfügt das neue Institut, wie das Internetportal all4finance.de berichtet, gegenwärtig noch über kein Filialnetz, an das die Kunden ihre Wünsche oder Beschwerden richten können. Obwohl die Allianz ihre Ex-Tochter Dresdner Bank erst im September verkauft hat, ist der Kundenverbleib dort unerwünscht.

Obwohl viele Kunden schon lange vor dem Kauf der Dresdner Bank http://www.dresdner-bank.de durch die Allianz 2001 Geschäftsbeziehungen mit dem Institut unterhalten hatten, behauptet das Allianz-Schreiben, dass der Kunde vom Unternehmen vermittelt worden sei. Für Verwunderung sogt hingegen auch, dass der Brief von Andree Moschner, dem Vorstand der Dresdner Bank, unterzeichnet ist. Moschners wichtigere Funktion bleibt für viele Kunden aber ungenannt. Der Manager ist seit dem 1. Januar dieses Jahres im Vorstand der Allianz Deutschland AG http://www.allianz-deutschland.de für das neue Ressort "Allianz Banking Deutschland" verantwortlich. Aus der Münchner Konzernzentrale heißt es dagegen, dass Moschner "bis zum Vollzug der Verschmelzung der Dresdner Bank auf die Commerzbank im Vorstand der Dresdner Bank verbleibt".

Fachleute sehen darin, dass Moschner "für die Übertragung der von der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG vermittelten Bankkunden auf die Allianz zuständig ist", einen klassischen Interessenkonflikt. Dieser geht mit - wie es in dem Bericht weiter heißt - "unsittlichen Angeboten" einher. Als oberster Allianz-Kundenabwerber bietet Moschner in dem Schreiben 50 Euro als Treueprämie sowie ein Tagesgeld mit vier Prozent Zinsen im Jahr an. Das Angebot erscheint lukrativ, schließlich verzinst die Dresdner Bank Tagesgeld derzeit gerade einmal mit einem Prozent. Lockangebote dieser Art sind zwar attraktiv, jedoch mussten die Kunden bereits spätestens bis gestern, Freitag, ihre schriftliche Zustimmung zum Wechsel zur Allianz-Bank erklärt haben. Wer keine Einwilligung erteilt hat, verliert den Anspruch auf die sogenannten "Top-Angebote".

"Sicher gibt es Kunden, die auf Lockangebote und reichlich eigentümliche Methoden von Großkonzernen bei der Kundenakquise reinfallen und in diesem Fall dann auch zur Allianz-Bank wechseln. Die Finanzdienstleister, die sich dieser Praktiken bedienen, sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass viele das Prinzip durchschauen", unterstreicht Loyalitätsexpertin Anne M. Schüller von der gleichnamigen Beratungsgesellschaft http://www.anneschueller.de , im Gespräch mit pressetext. Laut der Fachfrau ist sich ein Großteil der Kundschaft bewusst darüber, dass man sie nur als Spielball missbrauchen will. "Gerade in Zeiten der Rezession müssen vor allem Banken für Vertrauen werben. Denn das ist ihr wahres Kapital. Maßnahmen wie diese sorgen jedoch dafür, dass Kundenloyalität eher zerstört als aufgebaut wird oder erhalten bleibt", kritisiert Schüller weiter.

Sehr umstritten ist auch die von Moschner an die Dresdner-Bank-Kunden erwähnte Drohung am Ende des Schreibens. "Sofern Sie eine Kreditkarte mit Tankbonus besitzen, können Sie diese nach dem 31. Mai 2009 nicht mehr nutzen." Um Dresdner-Bank-Kunden zu gewinnen, hatte die Allianz bereits vor längerer Zeit damit geworben, dass jeder Kunde einer Allianz-Kfz-Versicherung über die Versicherungsagentur auch eine "Dresdner-Bank-Visa-Kreditkarte" mit spezieller Funktion erhält. Für alle mit der Karte bezahlten Tankrechnungen gibt es dabei ein Prozent Rückvergütung, maximal 50 Euro pro Jahr, was die Jahresgebühr der Karte von 30 Euro überwiegt. Wollen Kunden aber weiter bei der Dresdner Bank bleiben und ihre Karte weiter nutzen, müsste die Allianz in eine rechtlich gesehen laufende Vertragsbeziehung des Kreditkartennutzers mit der Dresdner Bank eingreifen, ohne dass sich der Kunde etwas zuschulden kommen lassen hat.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Florian Fügemann
Tel.: +43-1-81140-305
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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