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Fr, 10.02.2012
pte20090506031 Medien/Kommunikation, Unternehmen/Finanzen
"Konjunkturpakete keine Lösung für Printkrise"
Publicis-Boss sieht Geschäftsmodell von analogen Medien ruiniert
London (pte031/06.05.2009/12:15) - "Die Zeitungs- und Zeitschriftenbranche befindet sich heute in einer umfassenden und tief greifenden Strukturkrise. Allein durch die Überwindung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise wird sich die Situation im Printsektor nicht wieder erholen können." Zu dieser Einschätzung kam Maurice Levy, Vorsitzender und CEO der Publicis Groupe http://www.publicis.com , dem viertgrößten Werbenetzwerk der Welt, gestern, Dienstag, auf dem FIPP World Magazine Congress http://www.fipplondon09.com in London. Die andauernde Wirtschaftsflaute sei nicht der Grund für die Probleme der Medienindustrie, sondern nur ein "brutaler Beschleuniger und Aufzeiger von Langzeittrends". "Seien wir doch ehrlich. Das traditionelle Geschäftsmodell für analoge Printmedien ist ruiniert", so Levy. Der Trend, dass sich die Ausgaben für Werbeanzeigen zunehmend in den digitalen Bereich verlagern würden, sei mittlerweile unübersehbar und werde sich in Zukunft noch deutlich verstärken. Die meisten Leute würden sich lediglich Sorgen über eine Erholung der Situation machen und eine Rückkehr des Wachstums erwarten. "Dieses wird sich zwar wieder einstellen, die Probleme werden durch den wirtschaftlichen Aufschwung aber nicht verschwinden. Das Ende der Wirtschaftskrise bedeutet nicht das Ende der Krise der analogen Medien. Wir haben es hier mit einer tief greifenden strukturellen Revolution zu tun, auf die wir vorbereitet sein müssen", ist Levy überzeugt. Mit Konjunkturpaketen könne der Langzeittrend der Leserabwanderung von Zeitungen und Magazinen zu digitalen Angeboten nicht aufgehalten werden. Dass die Werbeaufwendungen in diesem Bereich den traditionellen Printpublikationen zunehmend den Boden unter den Füßen wegziehen würden, erlebe er tagtäglich im Anzeigengeschäft. "Weltweit gesehen lässt sich das Wort Krise zur Beschreibung der aktuellen Situation der Zeitungen zwar nicht vermeiden. Im Vergleich zu Ländern wie den USA oder Großbritannien geht es der Branche in Deutschland aber immer noch erkennbar besser", stellt Anja Pasquay, Sprecherin des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) http://www.bdzv.de , auf Anfrage von pressetext fest. Die rückläufige Entwicklung am Werbemarkt sei durchaus "prekär". "Die Erkenntnis, dass die Werbeausgaben zunehmend ins Netz abwandern, ist nicht neu. Die Zahlen aus 2007 bestätigen allerdings, dass der Online-Bereich mit 3,3 Prozent in Deutschland immer noch einen eher kleinen Teil des Werbekuchens ausmacht", betont Pasquay. "Wir können zurzeit noch nicht abschätzen, wie sich das Jahr 2009 im Einzelnen entwickeln wird. Fest steht aber, dass es ein schwieriges Jahr für die Medien und damit auch die Zeitschriftenbranche werden wird", meint Norbert Rüdell, Kommunikationschef des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) http://www.vdz.de , gegenüber pressetext. Einer Analyse des Verbandes zufolge hat sich das Volumen der Anzeigenseiten in Publikumszeitschriften im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent gegenüber 2007 reduziert. Auch für 2009 rechnet der VDZ mit insgesamt rückläufigen Werbeerlösen. Laut Rüdell seien in der gegenwärtigen schwierigen Marktlage aber auch positive Impulse zu sehen: "In schwierigen Zeiten erweisen sich die reichweitenstarken Kommunikationskanäle wie Print und TV als bewährte und unverzichtbare Werbeträger für die Positionierung von Marken und die Stimulierung des Abverkaufs. Das birgt auch Chancen", so Rüdell abschließend. (Ende)
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