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pte20090505034 Umwelt/Energie, Forschung/Technologie
Duftstoff schützt Ameisen vor vorzeitiger Beerdigung
Chemische Substanzen liefern "Ich-lebe-noch"-Signal
Duftmarkierte Puppen werden nicht aus dem Bau getragen (Foto: Nat'l Academy of Sciences/PNAS)
Duftmarkierte Puppen werden nicht aus dem Bau getragen (Foto: Nat'l Academy of Sciences/PNAS)

Riverside/Wien (pte034/05.05.2009/13:20) - Lebende Ameisen produzieren spezifische chemische Substanzen, die verhindern, dass sie von ihren Genossen für tot gehalten werden. Fehlen diese Duftstoffe tragen Arbeiterinnen die Karkassen sofort aus dem Bau und beerdigen sie, um die Entstehung von Infektionen zu verhindern, berichtet der Entomologe Dong-Hwan Choe von der University of California in Riverside http://www.ucr.edu im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS.

"Das Verhalten, dass tote Artgenossen innerhalb kürzester Zeit aus dem Nest entfernt werden, ist von vielen sozialen Insekten bekannt und wird Nekrophorese genannt ", bestätigt auch die Entomologin Dominique Zimmermann vom Naturhistorischen Museum Wien http://www.nhm-wien.ac.at im pressetext-Interview. Das habe natürlich mit der Hygiene und dem Sauberhalten des Baus vor Pathogenen zu tun. Nur Minuten nach dem Tod der Ameisen, bemerken die Arbeiterinnen die Absenz der Gerüche und reagieren darauf.

Die Arbeit widerlegt auch eine vom berühmten Ameisenexperten E. O. Wilson aufgestellte These, wonach der Aufbau von Fetten nach dem Tod die Arbeiterinnen zum Abtransport der Karkassen animiert. In Laborexperimenten konnte das Team um Choe nachweisen, dass zumindest zwei chemische Moleküle - Dolichodial und Iridomyrmecin - eine wesentliche Rolle dabei spielen, dass Puppen nicht aus dem Bau gebracht werden. Offensichtlich produzieren lebende Ameisen permanent ihr eigenes "Parfum", das verhindert, dass sie aus dem Bau getragen und lebend begraben werden.

Sterben die Tiere, verschwinden diese Duftstoffe sehr schnell, was dann das Signal zum Abtransport aus dem Bau ist. Dadurch können die Insektenleichen von Artgenossen viel schneller erkannt und beseitigt werden, als wenn sie erst durch einen "Verwesungsgeruch" als tot erkannt würden. Bisher sei allerdings unklar, welche anderen Duftstoffe das Signal "Ich lebe noch" umfassen, schreibt Choe.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-81140-307
E-Mail:
pressetext.austria
   
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