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pte20090505018 Forschung/Technologie, Unternehmen/Finanzen
Konsolidierung des Halbleitermarkts noch nicht abgeschlossen
Industrie erwartet Erholung im Sommer
San Jose/Graz (pte018/05.05.2009/11:00) - Wie die Semiconductor Industry Association (SIA) http://www.sia-online.org berichtet, ist die Halbleiterindustrie im ersten Quartal 2009 um beinahe ein Drittel eingebrochen. Vor allem Chipentwickler wie Infineon oder ST Microelectronics müssen seit Monaten schwere Verluste verkraften. "Es ist deutlich geworden, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Zuge des ersten Quartals noch weiter verschlechtert haben. Erste registrierbare Anzeichen für eine Erholung müssen daher vorsichtig interpretiert werden", sagt Carlo Bozotti, CEO von ST Microelectronics. Zahlreiche europäische Halbleiterunternehmen rechnen ab dem dritten Quartal jedoch mit einer Erholung des Markts. Die Halbleiterindustrie durchläuft gegenwärtig einen extremen Konsolidierungsprozess (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/090430029/ ). ST Microelectronics verbuchte mit einem Rekordverlust von 541 Mio. Dollar zu Beginn des Jahres im fünften Quartal hintereinander negative Geschäftsergebnisse. Dem im Februar 2008 ins Leben gerufenen Joint-Venture ST Ericsson erging es nicht viel besser, berichtet die Financial Times. Eine gleichermaßen nachhaltige Erholung in allen Segmenten bzw. auf allen Teilmärkten ist daher nicht zu erwarten. "Die Phase der Lagerräumung scheint beendet, sodass wir mit einer Normalisierung der Auftragslagen rechnen können", sagt Alain Dutheil, CEO von ST Ericsson. Von einer breit abgestützten Stabilisierung könne mangels entsprechender Indikatoren jedoch noch nicht gesprochen werden. "Der Halbleitermarkt umfasst viele spezifische Segmente. Die Konsolidierungen laufen, berühren uns als hochspezialisiertes Unternehmen jedoch nicht unmittelbar", gibt Herbert Gartner, Chief Financial Officer der SensorDynamics AG http://www.sensordynamics.cc , im Gespräch mit pressetext zu bedenken. Vereinfacht ausgedrückt könne davon ausgegangen werden, dass Unternehmen, die in innovativen Nischensegmenten wie etwa im Bereich der Halbleitersensorsysteme agieren, besser positioniert sind als reine Chiphersteller, so Gartner weiter. Auch die Infineon AG erwartet spätestens 2010 eine Verbesserung des Geschäftsumfeldes. Der deutsche Konzern verbuchte noch im zweiten Quartal 2009 einen zehnprozentigen Umsatzrückgang. Seine Umsatzerlöse verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr sogar um 29 Prozent auf 747 Mio. Euro. Infineon verzeichnete dabei einen Konzernfehlbetrag von 258 Mio. Euro. Auch die Mitarbeiteranzahl verringerte sich von Oktober 2008 bis März 2009 von 29.100 auf 26.400. Trotz der ab dem dritten Quartal zu erwartenden 'Naherholung' wird für das laufende Geschäftsjahr noch ein Umsatzeinbruch von rund 20 Prozent erwartet. Bei Infineon sind mit Ausnahme von Wireless Solutions (WLS) alle Geschäftssegmente von Einbußen erschüttert worden. Weniger starke Rückgänge waren im Automotivbereich zu registrieren. "Die neuesten Kooperationen mit Bosch und Toyota bei Kfz-Leistungshalbleitern und mit Nokia bei Single-Chip-Plattformen für GSM/GPRS und EDGE belegen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte", sagt Peter Bauer, Sprecher des Vorstands der Infineon AG. Zur Kostensenkung ergriffene Maßnahmen hätten ebenfalls deutliche Effekte nach sich gezogen. Vor allem die De-Konsolidierung des Chipherstellers Quimonda führte zu einer Verringerung der Verluste. Zudem ermöglicht ein Kostensenkungsprogramm (IFX10+) seit Jahresbeginn rund 60 Mio. Euro an quartalsweisen Einsparungen. Zur Refinanzierung von in den nächsten 18 Monaten fällig werdenden Krediten und Unternehmensanleihen in Höhe von 900 Mio. Euro wurden keine Details bekannt gegeben. (Ende)
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