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Mi, 23.05.2012
pte20090504026 Handel/Dienstleistungen, Politik/Recht
Alterung der Bevölkerung gefährdet Wirtschaftsstandort Europa
Infosys: Immigration oder Outsourcing langfristig unverzichtbar
Bangalore/Brüssel (pte026/04.05.2009/12:56) - Eine ab dem nächsten Jahr stetig schrumpfende Anzahl arbeitsfähiger Menschen wird die Staatshaushalte in der EU künftig weiter belasten. Die bis 2060 massiv alternde Bevölkerung lässt auch den Wirtschaftsstandort Europa stark unter Druck geraten. "Der Import von Arbeitskräften und die Auslagerung von Arbeitsabläufen sind auch in Zukunft zwingend nötig. Ansonsten wird sich Europa im internationalen Wettbewerb mit gravierenden Problemen konfrontiert sehen," sagt Nandan Nilekani, Vorstandvorsitzender des indischen Outsourcing-Unternehmens Infosys http://www.infosys.com. "Die demographischen Probleme Europas werden weder durch Outsourcing noch durch Immigration gelöst werden können. Vielmehr müssen die Erwerbszyklen in Europa an die gestiegene Lebenserwartung der Menschen angepasst werden", sagt hingegen Ulrich Schuh, Leiter der Abteilung für Ökonomie und Finanzwirtschaft vom Institut für Höhere Studien (IHS) http://www.ihs.ac.at in Wien, im Gespräch mit pressetext. Die gegenwärtigen Sozialsysteme seien unter spezifischen historischen Rahmenbedingungen entstanden. Deren Adaptierung sei notwendig, weil aufgrund steigender Lebenserwartung ständig steigende Ruhestandsphasen dauerhaft nur mehr schwer zu finanzieren seien. Einem Bericht der EU-Kommission zufolge wird Europas arbeitende Bevölkerung ab nächstem Jahr sukzessive abnehmen. Zudem werden die bisher üblichen Immigrationsraten in den nächsten 50 Jahren aller Voraussicht nach mehr als halbiert. Überalterung und rückläufige Immigrationsraten werden das Verhältnis von Pensionisten über 65 und Menschen im arbeitsfähigen Alter bis 2060 von 1:4 auf 1:2 drücken. "Outsourcing wird zwar in einer hocharbeitsteiligen internationalen Wirtschaft auch in Hinkunft eine Rolle spielen", so Schuh weiter, es handle sich dabei jedoch um eine natürliche Tendenz, die getrennt von demographischen Fragen analysiert werden müsse. Outsourcing ist schon jetzt ein weit verbreitetes Instrument zur Kostensenkung (pressetext berichtete: http://pressetext.at/news/090417004/ ). Unternehmen tendieren in Zeiten der Rezession aber auch zur Rückverlagerung von Geschäftsprozessen aus Billiglohnländern. So transferiert das Vorarlberger Lichttechnik-Unternehmen Zumtobel Produktionsvolumina aus Rumänien zurück nach Österreich bzw. nach Großbritannien. "Da weiterhin von einer Unterauslastung unserer Produktionskapazitäten auszugehen ist, haben wir uns für flächendeckende Maßnahmen zur Kapazitäts- und Kostenanpassung entschieden", sagt Andreas Ludwig, CEO der Zumtobel Group http://www.zumtobel.at . Auf diesem Weg könne eine Stabilisierung der Auslastung in den anderen europäischen Leuchtenwerken des Unternehmens erreicht werden. Infosys betrachtet seine Services hingegen als passende Antwort zur Lösung demographischer Probleme in Europa. "In ökonomischer Hinsicht liegen die Entscheidungen auf der Hand. Eine politische Lösung zu finden, wird jedoch für europäische Länder außerordentlich schwierig sein," gibt sich Nilekani überzeugt. Die Unternehmensführung von Infosys wurde offensichtlich von Thomas Friedmans Bestseller "The World is flat" inspiriert, berichtet die Financial Times. Der Kolumnist der New York Times hatte in seinem mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Werk vor allem für den englischsprachigen Raum ein Szenario vorgezeichnet, wonach die Globalisierung und technologische Vernetzung der Welt eine Homogenisierung der ökonomischen Chancen von weltweit drei Mrd. Menschen nach sich zögen. (Ende)
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