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Sa, 04.02.2012
pte20090427033 Medien/Kommunikation, Computer/Telekommunikation
Zeitungen: "Sparkurs keine Überlebensgarantie"
European Newspaper Congress sieht Kreativität als Erfolgsrezept
Wien (pte033/27.04.2009/16:53) - "Sparen ist in den gegenwärtigen schwierigen Zeiten ohne Zweifel zu einer enorm wichtigen Pflichtaufgabe für Zeitungen geworden. Kein Medienhaus kommt mittlerweile mehr ohne Sparkurs über die Runden." Mit diesen eher pessimistischen Worten begrüßte Johann Oberauer, Verleger und Veranstalter, zahlreiche internationale Medienvertreter heute, Montag, am 10. European Newspaper Congress http://enc.newsroom.de in Wien. Sparen alleine sei aber sicherlich noch keine Überlebensgarantie. "Was die Branche braucht, sind Kreativität und frische Ideen", betonte Oberauer. Dieser Einschätzung folgte auch der deutsche Zeitungsdesigner Norbert Küpper, der Medienhäuser in ganz Europa dabei berät, wie sie sich und ihr Produkt auch im Internetzeitalter erfolgreich auf dem Markt positionieren können. "Europas Zeitungen kämpfen weiter mit rückläufigen Auflagen. Wenn man verhindern will, dass die eigenen Leser zu Gratiszeitungen im Internet abwandern, sind Innovationen mehr denn je gefragt", so Küpper. Um dem Fachpublikum vor Augen zu führen, wie sich die europäische Zeitungslandschaft im Laufe des vergangenen Jahres auf die veränderten Marktbedingungen eingestellt hat, fasste der Zeitungsdesigner in seiner Keynote die wichtigsten aktuellen Branchentrends zusammen. "Es lässt sich zwar keine einheitliche Entwicklung in Europa feststellen, wie Zeitungen auf die neuen Herausforderungen reagieren. Die Redaktionen scheinen aber in dieser Hinsicht vor allem auf konzeptionelle und gestalterische Qualität zu setzen. Man bemüht sich um Seriosität, Gediegenheit und Wertigkeit, was sich in erster Linie in der Gestaltung der Druckwerke niederschlägt", stellte Küpper fest. So werde gegenwärtig etwa insbesondere im Design- und Layout-Bereich viel herumexperimentiert. "Die Zeitungen versuchen, sich durch eine Neugestaltung einen moderneren und dynamischeren Look zu verpassen. Auf diese Weise wollen die gedruckten Blätter ihr Profil schärfen, um so mit der Konkurrenz anderer Medien mithalten zu können", erklärte Küpper, der selbst bereits mehr als 80 Zeitungen neu gestaltet hat. Die wesentlichste Entwicklung der Zeitungen sei dabei der Trend zu einem stärker ausgeprägten magazinartigen Stil, der sich bereits in den Vorjahren deutlich abgezeichnet habe. "Die Visualisierung gewinnt zunehmend an Bedeutung im Wettbewerb. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich ein bestimmtes inhaltliches Thema am besten per Grafik oder Foto darstellen lässt", erläuterte Küpper. Hier hätten viele Journalisten heute immer noch einige Probleme, da sie sich von ihrem traditionell eher textbezogenem Denken verabschieden müssten. "Vor allem ein kreativer Umgang mit der Titelseite hat sich in diesem Zusammenhang als viel versprechend erwiesen", merkte Küpper an Dass dem Bildmaterial inzwischen generell ein höherer Stellenwert eingeräumt werde als noch vor wenigen Jahren, beweise das Beispiel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die erst seit kurzem auf ein großformatiges Foto auf dem eigenen Titelblatt setze. Der European Newspaper Congress findet in diesem Jahr bereits zum mittlerweile fünften Mal in Wien statt. Auf der noch bis einschließlich Dienstag dauernden Veranstaltung nehmen rund 500 Verleger, Chefredakteure und Zeitungsdesigner aus ganz Europa teil. Neben der Diskussion über aktuelle Trends und Herausforderungen wird auf dem Branchentreff traditionell auch der "European Newspaper Award" für die besten designten Zeitungen gekürt. In diesem Jahr sind die Gewinner die griechische Wochenzeitung "Athens Plus" und die Tageszeitungen "Svenska Dagbladet" aus Schweden, die "Basler Zeitung" aus der Schweiz sowie "Diario de Balears" aus Spanien. Fotos vom European Newspaper Congress stehen unter http://fotodienst.at/browse.mc?album_id=2724 zum Download bereit. (Ende)
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