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pte20090425009 Umwelt/Energie, Kultur/Lifestyle
Rätsel um erste Pferdezähmung gelöst
Zucht vor 5.000 Jahren für die Fleisch- und Milchproduktion
Die ersten Hauspferde lieferten Fleisch und Milch (Foto: pixelio.de/Haugk)
Die ersten Hauspferde lieferten Fleisch und Milch (Foto: pixelio.de/Haugk)

Berlin (pte009/25.04.2009/13:50) - Die Zähmung der Pferde begann vor 5.000 Jahren im Gebiet des heutigen Russlands, Kasachstans, der Ukraine und Rumäniens. Zu diesem Schluss kommen deutsche, US-amerikanische und spanische Genetiker in der Wissenschaftszeitschrift Science. Sie analysierten Farbgene der DNA aus 152 alten Knochen und konnten die früheste Farbvariation von Tieren durch Züchtung dokumentieren. Dadurch wurde auch die bisherige Auffassung widerlegt, dass Fellverfärbungen bestimmter Rassen erst in den letzten Jahrhunderten entstanden seien. "Schon im dritten vorchristlichen Jahrtausend wurden Pferde gezielt nach Merkmalen gezüchtet und gezähmt", betont Forschungsleiter Arne Ludwig vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) http://www.izw-berlin.de gegenüber pressetext.

Als Beweis für den Beginn der Züchtung werten die Genetiker die Farbe der Tiere. "Die frühesten wilden Pferde, die laut Funden am Ende der Eiszeit vor 12.000 Jahren in Sibiren lebten, waren alle braun. In den folgenden Jahrtausenden kamen auch schwarze Arten hinzu, die sich vermutlich bei der zunehmenden Bewaldung besser tarnen konnten", so Ludwig. In der Zeit vor 5.000 Jahren beobachteten Forscher einen plötzlichen Anstieg der Farbvielfalt. "Innerhalb von weniger als fünf Generationen bildeten sich mehrere Fellfarben, unter ihnen Schecken, silberne und graue Tiere." Das früheste Hauspferd stammt aus dem Altai-Gebirge, jedoch auch in Rumänien, der Ukraine und im südlichen Russland gab es fast zeitgleich Nachweise. "Rote Tiere wurden hingegen erst zu einem späteren Zeitpunkt in Armenien nachgewiesen", berichtet der Evolutionsgenetiker.

"Die damaligen Steppenvölker wussten schon mehr über die Pferdezucht als wir bisher angenommen hatten. Sie jagten die Wildpferde und begannen, sie zu isolieren", so Ludwig. In der Anfangszeit habe man die Tiere vor allem als Nahrungsquelle angesehen. "Man trank Stutenmilch und aß Pferdefleisch. Das Reiten war erst möglich, nachdem die Züchtungen zahme Arten ergeben hatten." Mit dieser Zähmung begann die rasche Verbreitung der Tiere, die die Entwicklung des Handels, Militärs und Transports wesentlich prägten. Wildpferde gibt es heute keine mehr. "Man sieht zwar das Przewalski-Pferd als eine Wildform an, doch stellt diese Art wahrscheinlich die Verwilderung einer früher gezähmten Rasse dar", so der Berliner Genetiker.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Johannes Pernsteiner
Tel.: +43-1-81140-316
E-Mail:
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