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Mi, 23.05.2012
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pte20090416023 Forschung/Technologie, Produkte/Innovationen
Rohstoffmangel schürt internationale Konflikte
Verknappung von Hightech-Metallbeständen bremst Zukunftstechnologien
Engpässe bei Hightech-Metallen bremsen Zukunftstechnologien aus (Foto: pixelio.de, matthias)
Engpässe bei Hightech-Metallen bremsen Zukunftstechnologien aus (Foto: pixelio.de, matthias)

Berlin (pte023/16.04.2009/13:39) - Die rasant steigende Nachfrage nach Hightech-Metallen hat Engpässe im Bestand von Rohstoffen wie Indium, Gallium, Tellur, Tantal oder Neodym verursacht. Ihre Verknappung könnte die fortschreitende Entwicklung von Zukunftstechnologien gefährden, wie das Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) http://www.izt.de im Auftrag des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums aufzeigt. Während die seltenen Rohstoffe zur Herstellung von Hightech-Produkten in verschiedenen Industriezweigen dringend benötigt werden, ist ihre Rarität zugleich Nährboden für soziale Unruhen und internationale Konflikte. Dabei dürfte sich der Bedarf an den Metallen in Zukunft noch vervielfachen.

Die begehrten Rohstoffe bilden die Grundlage für Zukunftstechnologien und Hightech-Geräte. So stecken etwa Neodym-Magnete in Elektromotoren von Hybridfahrzeugen und Gallium in Leuchtdioden oder Microchips für Mobilfunkgeräte. Die Nachfrage nach Indium, das zur Herstellung von Flachbildschirmen sowie in der Photovoltaik-Industrie benötigt wird, wird sich dem IZT zufolge bis 2030 gegenüber der derzeitigen Produktionsmenge mehr als verdreifachen. Neodym und Gallium sollen in 20 Jahren sogar vierfach bzw. sechsfach höher nachgefragt werden. Nach ihrer Verwertung, die meist in Kombination mit anderen Metallen geschieht, ist eine Trennung und damit eine Wiederverwendung beinahe unmöglich.

"Eine Reihe von Zukunftstechnologien ist auf bestimmte seltene Metalle so stark angewiesen, dass ihr massenhafter Ausbau durch Rohstoffengpässe bedroht ist", sagt IZT-Experte für seltene Metalle Lorenz Erdmann. Damit sei etwa in der Solarindustrie mit einem begrenzten Ausbau zu rechnen. Die Neodym-Knappheit verursache außerdem Engpässe in der Autobranche bei der Herstellung von Elektroantrieben. Daneben zählen Technologien wie Brennstoffzellen durch die Verknappung von Platin und Scandium, Elektrooptik (Gallium, Germanium, Indium) und Mikroelektronik (Gallium, Tantal) zu den betroffenen Segmenten. Die Seltenheit der Metalle ist in vielen Fällen auf ihre Natur als Nebenprodukt der Förderung anderer Rohstoffe zurückzuführen.

Neben wirtschaftlichen Problemen und massiven Preissteigerungen, die angesichts der Rohstoffverknappung drohen, führen die Engpässe der Hightech-Metalle bereits zu politischen Spannungen. In Krisenregionen wie dem Kongo ist angesichts des Bürgerkriegs etwa der Zugang zu Kobalt und Tantal gefährdet. Zudem verschafft die ungleiche Verteilung seltener Hightech-Metalle Ländern wie etwa China im internationalen Vergleich Wettbewerbsvorteile. So kontrolliert die Volksrepublik rund 97 Prozent der Neodym-Weltproduktion und hat bereits eine Exportbegrenzung angeordnet. Bolivien beherrscht dagegen mit den weltweit größten Vorkommen das Geschäft mit Lithium, das bei der Herstellung von Elektroautobatterien benötigt wird. Dem IZT nach zeichnen sich bei einer weltweit weiterhin derart stark steigenden Nachfrage nach den Hightech-Metallen internationale Konflikte ab.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Manuel Haglmüller
Tel.: +43-1-811-40-315
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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