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pte20090415034 Umwelt/Energie, Handel/Dienstleistungen
Schwellenländer legen sich mit OPEC an
Brasilien und Russland sichern sich höhere Marktanteile
Russland und Brasilien ecken an Öl-Preispolitik der OPEC an (Foto: pixelio.de, RainerSturm)
Russland und Brasilien ecken an Öl-Preispolitik der OPEC an (Foto: pixelio.de, RainerSturm)

Wien/Frankfurt/New York (pte034/15.04.2009/13:55) - Zwei der weltweit größten Schwellenländer, Brasilien und Russland, haben im Öl-Dauertiefpreis die Chance erkannt, Marktanteile als Erdölexporteure zu gewinnen. Mit ihrer Strategie handeln sie jedoch zuwider den Plänen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) http://www.opec.org . Während diese seit September des Vorjahres durch massive Förderkürzungen versucht, den Preis des schwarzen Goldes zu stabilisieren und nach oben zu treiben (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090227003/), steigern die beiden Emerging Markets die Ausfuhren in den weltgrößten Öl-Verbrauchermarkt USA. Gegenüber anderen Exportnationen machen sie damit Marktanteile gut. Gleichzeitig könnten die Nicht-OPEC-Länder dadurch jedoch den Preis weiter drücken.

Wie aus den jüngst veröffentlichten Importstatistiken der USA hervorgeht, sind die Rohöleinfuhren aus Brasilien im Januar gegenüber dem Vormonat mit einem Plus von sieben Mio. Barrel auf 13,9 Mio. Barrel geklettert. Auch Russland steigerte die Exporte nach Übersee von 11,8 auf 15,9 Mio. Fass. Dabei verhält sich die absolut geförderte Menge an Öl seit 2008 rückläufig. Angesichts der schwachen Binnennachfrage seien dennoch höhere Ausfuhren möglich. "Die Förderkapazitäten von Brasilien und Russland sind im Vergleich zu jenen der OPEC-Staaten gering. Darüber hinaus geht die Förderung derzeit generell zurück. Um die verfügbaren Mengen durch Umschichtung zu beeinflussen, verfügt die OPEC in wesentlich größerem Maße über Möglichkeiten", erklärt Sintje Diek, Analystin bei der HSH Nordbank http://www.hsh-nordbank.de , im Gespräch mit pressetext.

Kurzfristig sei den Schwellenländern zwar eine Umschichtung möglich, mittelfristig bedürfe ihre Förderpolitik jedoch einer Änderung, um mehr Markteinfluss zu erhalten. So müssten etwa in Brasilien mehr Felder erschlossen werden, meint die Expertin. Die Förderpolitik der OPEC, den Erdölpreis von derzeit rund 50 Dollar auf etwa 75 Dollar zu treiben, wird durch das Vorgehen der Länder jedoch kurzfristig untergraben, berichtet die Financial Times Deutschland. Seit Herbst 2008 wurden bereits mehr als 80 Prozent der Förderkürzungen im Umfang von 4,2 Mio. Barrel pro Tag durch das Kartell umgesetzt. Aufgrund der niedrigen Nachfrage und der schwierigen nationalen Wirtschaftslage dürften die Nationen trotz der aktuell schwachen Preise aber wohl kaum auf die Absatzmöglichkeiten in den Staaten verzichten.

"Die Politik der OPEC hat bereits zu einer Stabilisierung des Ölpreises geführt. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Situation sind Ölpreise über 50 Dollar durchaus als Erfolg zu werten", meint Diek gegenüber pressetext. Im Zuge des kommenden OPEC-Treffens im Mai sei hingegen eher nicht davon auszugehen, dass neue Drosselungen der Fördermengen beschlossen werden. Zwar werde das Kartell wohl versuchen, die verbleibenden, bereits angekündigten Kürzungen zu implementieren. Zusätzliche Beschränkungen seien jedoch nur bei einem neuerlichen Preisabfall zu vermuten. Ein deutlicher Preissturz unter die 50-Dollar-Marke sei dabei durchaus möglich.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Manuel Haglmüller
Tel.: +43-1-811-40-315
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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