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Fr, 10.02.2012
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pte20090407030 Handel/Dienstleistungen, Umwelt/Energie
Ölkonzerne erhöhen Kostendruck auf Dienstleister
Aufträge brechen weg - Dauertiefpreis gefährdet Arbeitsplätze
Ölkonzerne wollen Kosten bei Dienstleistern um 40 Prozent drücken (Foto: pixelio.de, J.Bredehorn)
Ölkonzerne wollen Kosten bei Dienstleistern um 40 Prozent drücken (Foto: pixelio.de, J.Bredehorn)

London/Paris (pte030/07.04.2009/13:41) - Die anhaltende Ölpreisflaute hat die Konzerne zu dem Versuch veranlasst, den massiven Kostendruck innerhalb des Sektors auf ihre Dienstleister abzuwälzen. So fordern BP, Total und Royal Dutch Shell von ihren "Zulieferern" eine Kostensenkung von bis zu 40 Prozent. Unternehmen wie Technip, CGGVeritas oder Saipem brechen die Aufträge nunmehr in einem Rekordtempo weg. Kommt es im Zuge der Kosteneinsparungen zum nächsten drastischen Schritt der Rückbeorderung von Bohrschiffen, die neue Ölfelder im Meer erschließen, wären "Arbeitsplätze im großen Stil" gefährdet, schreibt das Branchenportal BoerseGo. Derzeit sind über 60.000 Mitarbeiter bei den auf Ölfeldexploration und die Herstellung von Produkten zur Erdölgewinnung spezialisierten Unternehmen beschäftigt. Angesichts des Wirtschaftsabschwungs seien die Kosten der Dienstleister relativ zum Ölpreis "viel zu hoch", argumentieren die Ölgiganten. Eine Erholung des Preises ist jedoch erst mittelfristig in Sicht.

Wenngleich die Ölkonzerne langfristig auf Planungssicherheit bzw. Produktionsziele angewiesen sind und neue Ölquellen erschließen müssen, ist die Anzahl an Bohrungen nach dem schwarzen Gold zuletzt auf ein Dreijahrestief gefallen. Angesichts einer schrumpfenden Reservequote, anhand derer Investoren die künftige Ertragskraft von Ölkonzernen einstufen, besteht besonders bei Shell Handlungsbedarf. Die Quote dient als Indikator für das Verhältnis von momentan gefördertem zu neu erschlossenem Öl und Erdgas. Wie bei Shell mit 95 Prozent der Fall, droht der förderbare Rohstoff bei einem Wert von unter 100 Prozent langfristig zu versiegen, berichtet die Financial Times Deutschland. In dem Eigeninteresse, die Quote hoch zu halten, seien vonseiten der Erdölkonzerne daher grundsätzlich weitere Investitionen zu erwarten, um die Ölreserven nicht auszureizen und neue Felder zu erschließen. Am Dauertiefpreis von Erdöl ändert dies jedoch vorerst nichts.

In den vergangenen Wochen ist der Ölpreis von zeitweise unter 40 Dollar zwar wieder auf ein Niveau von rund 50 Dollar pro Barrel geklettert. Von seinem Spitzenwert bei über 140 Dollar im Juli des Vorjahres ist er damit jedoch nach wie vor meilenweit entfernt. Bis Jahresende soll die Kurve einer moderaten Erholung unterliegen. Von pressetext befragte Analysten prognostizieren bis dahin einen Preis von rund 65 Dollar pro Fass. Nach einem erwarteten Aufschwung der Konjunktur bis Ende 2009 werde auch die Nachfrage nach dem Rohstoff wieder anziehen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090227003/). "Derzeit ist der Markt jedoch schlichtweg überversorgt, wie an den Lagerbeständen erkennbar ist", meint etwa Sintje Diek, Analystin bei der HSH Nordbank http://www.hsh-nordbank.de , im Gespräch mit pressetext.

Aufgrund der geringen Nachfrage nach dem Rohstoff steht neben den Öldienstleistern auch im Raffineriegeschäft der Energiekonzerne ein Umstrukturierungsprozess bevor, dem besonders kleine Standorte zum Opfer fallen können (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090325001/). Die nunmehr wahrscheinlicher werdenden Maßnahmen, etwa Bohrschiffe zurückzurufen und die Exploration von Erdölfeldern zu drosseln, sollen hauptsächlich die kanadischen Ölsande und Flachwasservorkommen betreffen. So würden neue Investitionen durch die Konzerne aufgrund des Ölpreiscrashs gehemmt. Dadurch sinke die Planungssicherheit für die Öldienstleister "quasi auf Null", wodurch Investorengelder und Arbeitsplätze gefährdet seien.

(Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Ansprechpartner: Manuel Haglmüller
Tel.: +43-1-811-40-315
E-Mail:
pressetext.deutschland
   
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