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pte20090321002 Forschung/Technologie, Medizin/Wellness
Forscher entdecken Jungbrunnen
Ausschaltung eines Gens verlängert Leben um ein Drittel
Bergamo (pte002/21.03.2009/06:10) - Wissenschaftler des Dipartimento di Medicina Molecolare am Laboratorio Mario Negri http://www.marionegri.it in Bergamo haben eine grundlegende Entdeckung zu Möglichkeiten der menschlichen Lebensverlängerung gemacht. Anhand von Laborversuchen an Mäusen ergab sich, dass die Tiere beim Fehlen des für die Rezeptortätigkeit des Hormons "Angiotensin 2" verantwortlichen Gens bis zu 30 Prozent länger als die unbehandelten Artgenossen lebten. "Wir haben nicht nur ein langsameres Altern, sondern auch eine geringere Anfälligkeit gegenüber Arteriosklerose festgestellt", erklärte der Institutsleiter Giuseppe Remuzzi. "Diese Eigenschaft bringt eine Senkung der Risiken für die Funktionstüchtigkeit von Herz, Nieren und Gehirn mit sich." Außerdem werde die Wirkung des bei Alterungsvorgängen mitwirkenden Proteins Nampt und des bei der Insulinausschüttung beteiligten Enzyms Sirtuin 3 gefördert. "Das für die Rezeptoraktivität des Angiotensin 2 verantwortliche Gen ist für die Entwicklung des Fötus, nicht aber für den adulten Organismus unentbehrlich", so der italienische Forscher weiter. "Auch für unsere Vorfahren war es sehr wichtig , da es in lebensgefährlichen Situationen wie beim Angriff durch wilde Tiere zu einer schnellen Reaktion der Verteidigung verhalf." Heute sei es wegen der beschriebenen Auswirkungen auf die inneren Organe eher schädlich als von Nutzen. Durch den Einsatz bereits bekannter pharmakologischer Angiotensin-Antagonisten könne nicht nur die Lebensqualität verbessert, sondern auch das Lebensende bis zu 30 Prozent hinausgezögert werden. "Beim Menschen würde dies die Erreichung eines durchschnittlichen Alters von 105 bis 110 Jahren bedeuten", meint Remuzzi. Inzwischen gehe es darum, die mit dem Rezeptor-Gen verbundenen biologischen Vorgänge näher kennenzulernen. Dadurch könne auch der für die Pharmabehandlung richtige Zeitpunkt ermittelt werden. Die Untersuchung in Bergamo war in direkter Zusammenarbeit mit Ärzten der Ospedali Riuniti http://www.ospedaliriuniti.bergamo.it und mehreren Mailänder Forschungslaboratorien durchgeführt worden. Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift "Journal of Clinical Investigation" dargestellt. (Ende)
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