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pte20090306026 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
Massensterben bei Hedge Fonds setzt sich fort
Commerzbank will eigene Sparte abstoßen - Vertrauenskrise belastet
London/Kaarst/Sankt Augustin (pte026/06.03.2009/13:55) - Die Krise der Fonds-Industrie hat dazu geführt, dass die Commerzbank ihre Hedge-Fonds-Sparte Comas abstoßen will. Der derzeit rund 900 Mio. Dollar Vermögen verwaltende Dach-Hedge-Fonds soll nun für einen Kaufpreis im zweistelligen Mio.-Bereich möglichst schnell einen finanzkräftigen Käufer finden. Wie die Financial Times Deutschland heute, Freitag, unter Berufung auf informierte Unternehmenskreise berichtet, entfallen auf die verwalteten Vermögen des Fonds 300 Mio. Dollar auf die Frankfurter selbst. Gegenwärtig ist die Commerzbank damit beschäftigt, Gespräche mit mehreren Interessenten zu führen, so der Bericht. "Die Konsolidierung hat längst begonnen. Weitere Verkäufe sind zu erwarten. Das Geschäft ist bis 2011 tot", unterstreicht Jörg Urlaub, Alleinvorstand und Portfoliomanager des deutschen Vermögensverwalters Incam http://www.incam.de , auf Nachfrage von pressetext. "Dass uns die nächsten Jahre so düstere Aussichten bevorstehen, würde ich nicht unmittelbar unterschreiben. Fakt ist jedoch die große Vertrauenskrise in die Branche. Nicht zuletzt der Skandal um Bernard Madoff (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/081212019/), der Investoren mittels eines Schneeballsystems um 50 Mrd. Dollar betrogen hat, lässt viele Investoren in die Defensive gehen", sagt Björn Drescher, Geschäftsführer der Drescher & Cie Gesellschaft für Wirtschafts- und Finanzinformation http://www.drescher-cie.de , gegenüber pressetext. Vor allem die schlechten Renditen zwingen viele Emittenten dazu, entweder Fonds komplett an den Höchstbietenden zu verkaufen oder schlecht performende Finanzkonstrukte zusammenzuschließen, um überhaupt noch wirtschaften zu können, meint hingegen Urlaub. Trotzdem schlug sich der nun zur Disposition stehende Comas trotz Finanzkrise immerhin noch besser als der Durchschnitt. Obwohl der Hedge Fonds 2008 rund 13 Prozent an Wert verloren hatte, büßte die Branche laut Hedge Fund Research insgesamt etwa 21 Prozent ein. Weil Coma Investorenangaben zufolge bereits seit Oktober vergangenen Jahres kein frisches Kapital mehr annimmt, mehrten sich die Stimmen über mögliche Abstoßungspläne. Dennoch befindet sich die Commerzbank mit ihren Überlegungen in guter Gesellschaft. So schließt auch die Deutsche Bank ihre Einheit Topiary. Das spanische Institut BBVA will sein Altitude-Joint-Venture beenden. Unterdessen beabsichtigt zudem das Schweizer Geldhaus Reichmuth & Co seine Madoff-geschädigten Hedge Fonds vom Markt zu nehmen. Fachleute befürchten angesichts der bereits begonnenen Konsolidierung im Fonds-Segment ein bis dato ungeahntes Massensterben von anbietenden Unternehmen und Finanzprodukten. So wird bereits prognostiziert, dass selbst von den weltweiten 50 Top-Fonds bis zum Ende des Jahres einige geschlossen werden. Auch Dachfonds seien immer mehr davon betroffen. "Die Märkte entwickeln sich in Zeiten der aktuellen Finanz- und allgemeinen Wirtschaftskrise nicht optimal. Zudem leidet die Branche gegenwärtig auch unter einer Transparenzkrise, die sich in den Verfügbarkeiten von Produkten niederschlägt", unterstreicht Drescher abschließend auf Nachfrage von pressetext. (Ende)
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