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pte20090302032 Unternehmen/Finanzen, Politik/Recht
Insolvenzwelle legt Gerichte lahm
Personalmangel und steigende Anzahl an Firmenpleiten führen zu Verfahrensstaus
Dresden (pte032/02.03.2009/13:50) - An deutschen Gerichten kündigen sich angesichts der steigenden Anzahl an Insolvenzen und Zwangsversteigerungen Engpässe an. Die sich weiter zuspitzende Wirtschaftskrise dürfte den Mehraufwand in der Rechtsprechung erhöhen. Während die Zahl der Firmenpleiten im Vorjahr bereits mit einem Plus von elf Prozent auf europaweit rund 150.000 geklettert ist, rechnet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform http://www.creditreform.de 2009 mit einer weiteren Zunahme. Allein im deutschen Bundesland Sachsen sollen die Unternehmensinsolvenzen um bis zu 20 Prozent steigen. Medienberichten zufolge ortet der Verband der Rechtspfleger zudem einen Personalmangel an den Gerichten, um die bevorstehende Verfahrenswelle bewältigen zu können. Verzögerungen und Verfahrensstau seien die Folge. Im Gegensatz zu den leicht rückläufigen Privatinsolvenzen sind Unternehmenspleiten in Deutschland 2008 auf knapp 30.000 gestiegen. Angesichts der Rezession werde die Zahl in diesem Jahr auf bis zu 35.000 Fälle weiter klettern. Dabei soll Deutschland im Europavergleich noch relativ glimpflich durch die Krise kommen. So wartete Negativ-Spitzenreiter Spanien bereits im Vorjahr mit einem Plus von 138,6 Prozent an Firmeninsolvenzen auf. In Relation zur Anzahl an Unternehmen in einem Land weisen außerdem Luxemburg, Österreich und Frankreich die höchste Insolvenzbetroffenheit auf. Dennoch liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt. Aufgrund von Firmenpleiten stieg die Arbeitslosenzahl um rund 1,4 Mio. Dadurch trüben sich die Konjunkturaussichten weiter ein, was wiederum zu weiteren Unternehmensinsolvenzen führen kann. Die drohende Insolvenzwelle bedeutet einen enormen Mehraufwand für die deutschen Gerichte. Dabei sei die Rechtspflege etwa in Sachsen ohnehin "seit Jahren um bis zu 15 Prozent unterbesetzt". In dem Freistaat stiegen die Firmenpleiten im Vorjahr dem Deutschland-Schnitt gemäß um 2,2 Prozent auf 1.860. Bei einer weiter wachsenden Zahl von Verfahren werde sich die Bearbeitung der Insolvenzfälle jedoch entsprechend verzögern. Dabei seien die Engpässe vom Oberlandesgericht bis hin zum Amtsgericht spürbar. Zwangsversteigerungen und die dafür notwendige Bearbeitungszeit bereiten den Rechtspflegern die größten Schwierigkeiten, da es für die Objekte "immer weniger Interessenten" gebe. Potenzielle Käufer würden vom wachsenden Spartrend und einem zunehmenden Kreditmangel fern gehalten. (Ende)
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