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Fr, 10.02.2012
pte20090220020 Medien/Kommunikation, Produkte/Innovationen
US-Band revolutioniert Musikvertrieb über iPhone
Applikation streamt vier komplette Alben für 2,39 Euro
Seattle (pte020/20.02.2009/12:24) - Die US-Band "President of the United States of America" (PUSA) http://www.presidentsrock.com hat eine iPhone-Applikation veröffentlicht, mit der User vollen Zugriff auf Songs von vier kompletten Alben haben. Das iPhone-Programm kann im App Store zum Preis von 2,39 Euro gekauft werden. Die Applikation streamt die Lieder via Internet live auf das Mobiltelefon. Darüber hinaus bietet die Band ihren Fans diverse Extras wie den Zugriff auf ein Demoalbum sowie unveröffentlichtes Material. Ein Link zum Blog der Band hält den iPhone-Besitzer über Neuigkeiten auf dem Laufenden. PUSA beschreitet mit der iPhone-Applikation neue Wege im Geschäft mit digitaler Musik. Statt auf den Einzelverkauf ihrer Songs zu setzen, gewährt die Band einen vollständigen Streaming-Zugriff auf ihre Werke. Allerdings können die Lieder weiterhin gekauft und via iTunes heruntergeladen werden, ein entsprechender Link ist in der Applikation eingebettet. Entwickelt wurde die Software von Unternehmen Melodeo, das unter anderem auch das Programm nuTsie http://www.nutsie.com anbietet, mit dem User ihre iTunes-Songs auf das iPhone streamen können. Dave Dederer, verantwortlich für die Entwicklung von Geschäftsmodellen bei Melodeo, erklärt gegenüber dem Onlineportal Wired, die PUSA-Applikation sei nur ein Testlauf für einen umfassenderen Geschäftsansatz. Mit der Software wolle man Bands künftig die Möglichkeit bieten, Alben vor der Veröffentlichung ihren Fans zu präsentieren. Diese können die Songs schließlich über die Anwendung vorbestellen. Die Ansicht, dass er damit in Konkurrenz zu Apples Musicstore trete, teilt er nicht. "Seit sich die Streamingtechnologie im Web durchgesetzt hat, brauchen die Labels auch keine Angst mehr haben, dass die Songs auf einer Filesharing-Plattform landen", meint Dederer. Im Gegenteil würde sein Ansatz sogar dazu beitragen, dass sich Leute mehr Musik legal kaufen. Alternative Ansätze der Musikdistribution kämpfen meist mit dem in der Plattenindustrie vorherrschenden und komplizierten Lizenzsystem. Vor allem Webradios und Streamingplattformen fordern regelmäßig eine Vereinfachung dieser Modelle (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=090207006). PUSA umgeht diese Probleme, da es sich bei dabei veröffentlichten Songs um Eigentum der Band handelt und kein Label zwischengeschaltet ist. Es stellt sich allerdings die Frage, wie Apple auf diese neue Art des Vertriebs reagieren wird. Die PUSA-Software wurde von Apple zwar für den Verkauf via App Store abgesegnet, allerdings findet sich die Band auch nicht in den Top 100 von iTunes. Sollten aktuelle Größen des Musikbusiness entscheiden, ihre Musik ebenfalls via günstigem Streaming-Programm zu vertreiben, könnte dies Apple jedoch empfindlich treffen. Zwar schneidet das Unternehmen auch beim Verkauf der Software mit, der Einzelvertrieb der Songs könnte jedoch damit zurückgehen. Bands haben mit der Melodeo-Software in jedem Fall eine gute Möglichkeit, ihre Fans stärker an sie zu binden. So könnten beispielsweise Live-Songs von einem Konzert sofort als Stream zur Verfügung stehen. Bonustracks und Probeaufnahmen können über das kleine Programm den Fans ebenfalls angeboten werden. (Ende)
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