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pte20090207009 Kultur/Lifestyle, Computer/Telekommunikation
Luxus-Reisebus als fahrendes Internet-Cafe
Tunesiens Superdatenhighway im Internet-Autobus
Der Autobus bringt das Internet direkt ins Dorf (Bild: Reporters without Borders)
Der Autobus bringt das Internet direkt ins Dorf (Bild: Reporters without Borders)

Tunis (pte009/07.02.2009/13:50) - Ein Luxusreisebus auf dem Weg in eine kleine Ortschaft in Tunesien ist kein unüblicher Anblick. Der blaue Autobus transportiert aber keine Touristen, sondern ist ein fahrbares Internet-Cafe für Dorfbewohner, die mit dem World-Wide-Web vertraut gemacht werden sollen. Der Autobus wird von einem Pickup mit einer Satellitenschüsel auf der Ladefläche begleitet, berichtet BBC. Tunesien gehört zu den Ländern, die die stärkste Internetzensur weltweit hat, berichtet die Organisation Reporter ohne Grenzen http://www.rsf.org . Dennoch will die Regierung des nordafrikanischen Landes fördern, dass jeder Staatsbürger Zugang zum Netz hat, selbst jene in den entlegensten Dörfern.

Die Internet-Autobusse, die von der Association Pour La Solidarite Numerique (Gesellschaft für digitale Solidarität) bereitgestellt werden, versorgen Dörfer wie etwa Ain Ek Misha zwei Mal pro Woche. Grundidee hinter dem Internet-Bus ist es, das digitale Zeitalter auch in jene Regionen zu bringen, die keinen Strom, kein Internet-Cafe und auch keine Transportmöglichkeit in eine größere Stadt haben, wie Organisations-Gründerin Soumaya Chelbi meint. "Das Wichtigste dabei ist, dass die Menschen lernen, wie man das Internet sinnvoll nutzen kann." Mit einer kleinen Besatzung und einem Bus hat das von der Regierung betriebene Unternehmen begonnen. Heute fahren insgesamt 20 solcher Autobusse durch das Land. Für die Landbevölkerung ist die Nutzung kostenfrei.

Vor allem Kinder und Jugendliche haben sehr großes Interesse an dem System, berichtet BBC. Viele haben Verwandte oder Freunde in Europa und wollen mit diesen in Kontakt treten. Ein weiterer Grund, warum viele der Jugendlichen diesen Service nutzen, ist auch der Bildungswille. "Mein älterer Bruder arbeitet in Europa und er erzählt mir, wie das Leben dort ist. Ich muss sehr hart in der Schule arbeiten", erzählt der 14-jährige Ahmad. Ahmad bringt darüber hinaus seiner Mutter und seiner Großmutter die Grundregeln des Internet bei. "Sie wollen natürlich in erster Linie mit meinem Bruder und mit anderen Verwandten in Verbindung treten."

Generationen mit solchen Mitteln miteinander kommunizieren zu lassen, ist verhältnismäßig billig. Der Nutzen daraus ist allerdings sehr groß. Für viele werden die Internet-Kenntnisse auch sofort für eine Verbesserung der Arbeitssituation genutzt. "In unserer Region findet man nur sehr schwer einen Arbeitsplatz", meint Marayam, die einen Job als Sekretärin sucht. "Es gibt keine Büros hier und ich muss einen Weg finden, um in Tunis zu arbeiten und Geld zu verdienen." Der Internet-Bus gibt ihr die Möglichkeit nach neuen Arbeitsmöglichkeiten zu suchen und sich gleich online zu bewerben.

Die Flotte der Internet-Autobusse parkt in der Nacht im Business-Park Tunis - in unmittelbarer Nähe der Headquarters der großen IT-Unternehmen Sony, Samsung und Panasonic, die auch das technische Equipment für die Busse kostenfrei zur Verfügung gestellt haben. Zudem sorgen sie dafür, dass die Computersysteme regelmäßig upgedated werden. In einem Land, in dem das digitale Zeitalter zu einem Boom an neuen Jobs geführt hat, spielen diese Autobusse eine Schlüsselrolle am Internet-Highway. Mit dem Anwachsen der Internet-User steigt auch die Forderung nach dem Ende der Zensur im tunesischen Netz.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Wolfgang Weitlaner
Tel.: +43-1-81140-307
E-Mail:
pressetext.austria
   
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