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pte20090130018 Unternehmen/Finanzen, Auto/Verkehr
Rezession trifft Japans Wirtschaft mit voller Wucht
Toyota mit 3,4 Mrd. Euro Verlust - Honda-Gewinn bricht um 90 Prozent ein
Tokio/Gelsenkirchen (pte018/30.01.2009/12:20) - Die weltweite Rezession trifft die Wirtschaftsmacht Japan stärker als bisher angenommen. Da die Industrieproduktion einbricht und die Arbeitslosigkeit ansteigt, sprechen Analysten bereits von einer neuen Dimension der bislang schwersten Rezession nach dem Zweiten Weltkrieg. Schuld an der wirtschaftlichen Misere ist vor allem die wegbrechende Auslandsnachfrage, die nationale Industriekonzerne dazu gezwungen hat, ihre Produktion im Dezember gegenüber dem Vormonat um 9,6 Prozent zu drosseln. Im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich sogar 20 Prozent weniger produzierte Industriegüter. Deutlich wird die Wirtschaftskrise vor allem am Beispiel der beiden massiv in Mitleidenschaft gezogenen Automobilriesen Toyota und Honda. Der lange Zeit gefeierte Star und weltweite Branchenprimus Toyota http://www.toyota.com wurde vom Absatzrückgang massiv getroffen. Einem Bericht des Wall Street Journals nach erwartet das Unternehmen bis Ende März einen operativen Verlust von rund 400 Mrd. Yen (3,4 Mrd. Euro). Auch Hondas Gewinn verschmälerte sich von Oktober bis Dezember um 90 Prozent. Statt mit 180 Mrd. Yen geht man für das laufende Geschäftsjahr, das noch bis Ende März läuft, nur noch von 80 Mrd. Yen Gewinn aus. "Vor einem dreiviertel Jahr war bei den beiden japanischen Herstellern noch nicht mit einem solch schlechten Ergebnis zu rechnen. Aufgrund der schwächelnden Nachfrage aus den USA verdeutlicht sich nun die extreme US-Abhängigkeit", unterstreicht Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen http://www2.fh-gelsenkirchen.de , gegenüber pressetext. Die Probleme scheinen zumindest teilweise hausgemacht. So war der japanische Aufschwung der vergangenen Jahre fast ausschließlich vom Export und Investitionen im Ausland getragen. Die einst nicht gefährdete Nachfrage aus den USA sackte ab, danach folgte das ebenfalls stark gebeutelte China. Demzufolge sank der Export im Dezember um 35 Prozent - und dies dürfte laut Insidern noch längst nicht das Ende der Fahnenstange sein. Selbst Sony hatte erstmals seit 14 Jahren einen operativen Fehlbetrag von 260 Mrd. Yen zu beklagen (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=090122023). Die Krise hat bei Toyota laut der Wirtschaftszeitung Nikkei bewirkt, dass die Produktion im Inland im Februar und März für elf Tage gestoppt wird. Zuvor wurde die Produktion für den "Camry" und "Corolla" in den USA und Kanada reduziert. Pläne für ein US-Hybridautowerk des "Prius" wurden auf Eis gelegt. "Obwohl Toyota in den USA und Japan 5.000 Zeitarbeiter entlassen will, ist es überraschend, wie unflexibel das Unternehmen aufgestellt ist. Dass man nun die Probleme hat, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die große Wachstumsorientiertheit über mehrere Jahre ohne eine ausreichende Risikoabsicherung im Vordergrund stand", sagt Dudenhöffer auf Nachfrage von pressetext. Einem Bericht des Handelsblatts nach ist die Absatzkrise der Großindustrie in der Realwirtschaft bereits angekommen. Da der Arbeitsmarkt in den 1990er Jahren flexibilisiert wurde und dadurch jede dritte Stelle in eine zeitlich befristete umgewandelt wurde, können die Unternehmen daher viel schneller Arbeitskräfte entlassen. Aktuellen Schätzungen zufolge werden zwischen Oktober und März rund 400.000 irregulär Beschäftigte ihren Job verlieren. Fachleute fordern, dass durch Reformen insbesondere die Inlandsnachfrage angekurbelt wird. (Ende)
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