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pte20090127031 Unternehmen/Finanzen, Handel/Dienstleistungen
AT&S-Verlust: "Kurzarbeit nicht Maß aller Dinge"
Leiterplattenhersteller erwägt strategische Übernahmen in turbulenten Zeiten
AT&S-Vorstandsvorsitzender Harald Sommerer (Foto: fotodienst.cc)
AT&S-Vorstandsvorsitzender Harald Sommerer (Foto: fotodienst.cc)

Wien (pte031/27.01.2009/13:55) - "Es war ein aufregendes und schwieriges Quartal", verweist AT&S-Vorstandsvorsitzender Harald Sommerer gleich zu Beginn des pressetext-Gesprächs auf die negativen Zahlen der vergangenen Monate. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 hat der Leiterplattenhersteller http://www.ats.net , belastet von Einmaleffekten, einen Verlust von 23,5 Mio. Euro eingefahren. Angesichts der Dollar-Schwäche sowie der schwierigen makroökonomischen Entwicklung waren zudem besonders an den europäischen Standorten Restrukturierungsmaßnahmen und Kapazitätsanpassungen erforderlich. Dazu zählt auch, Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken, wenngleich "Kurzarbeit nicht das Maß aller Dinge ist", wie Sommerer gegenüber pressetext betont. Dennoch schließt der größte europäische Leiterplattenhersteller mit einer Nettoverschuldung von 189,6 Mio. Euro und einem auf 78,8 Prozent gestiegenen Verschuldungsgrad strategische Übernahmen nicht aus.

Sommerer zufolge sei zwischen permanenten und temporären Veränderungen des Marktumfeldes zu unterscheiden. "Die derzeit erforderlichen Maßnahmen müssen einen entsprechend temporären Charakter haben", erklärt der AT&S-Vorstandsvorsitzende. Am Standort im österreichischen Leoben-Hinterberg etwa werden 293 eigene Mitarbeiter sowie 159 Leiharbeiter abgebaut. In Klagenfurt schickt AT&S rund 130 Mitarbeiter in Kurzarbeit, um sie trotz der wirtschaftlich instabilen Verhältnisse dennoch langfristig halten zu können. "Kurzarbeit bringt den Unternehmen aber nicht die erhofften Vorteile und Kosteneinsparungen", erläutert Sommerer. Dies sei auf die Kollektivvertrags-Verhandlungen mit den Personalvertretern zurückzuführen, die angesichts der aktuellen Situation das Maximum für die Mitarbeiter ausverhandeln. "Die Gewerkschaft weiß, was Kurzarbeit den Unternehmen bringt, und holt sich 90 Prozent davon", so Sommerer. Auch der volkswirtschaftliche Effekt der Sparmaßnahme sei nicht annähernd so groß wie vonseiten der Politik gepredigt. Dennoch würden die Gespräche bei AT&S auf einer Basis positiven Einvernehmens zwischen den Verhandlern laufen.

Während es sich bei direkten Folgen der Wirtschaftskrise um temporäre Veränderungen des Marktumfeldes handle und davon auszugehen sei, dass sich etwa die Segmente Mobile Devices oder Automotive wieder erholen, stelle die zunehmende Verlagerung des Elektronikgeschäfts von Europa nach Asien einen dauerhaften Prozess dar. Dieser habe bereits in Zeiten begonnen, als die Wirtschaft noch eine Boom-Phase erlebte. So findet AT&S eigenen Angaben zufolge bei Materialkosten in Asien gegenüber Europa ein Sparpotenzial von bis zu 30 Prozent vor. "Prognosen zum weiteren Geschäftsverlauf sind im aktuellen Umfeld äußerst schwierig, da auch makroökonomische Vorhersagen weit auseinander klaffen", sagt Sommerer. Zudem sei auch bei den AT&S-Kunden in Hinblick auf Wachstum und Marktentwicklung eine starke Unsicherheit spürbar. Das positive operative Ergebnis in Höhe von 2,3 Mio. Euro in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres spreche aber für die gute Aufstellung und Finanzkraft des Konzerns.

"Theoretisch sind Übernahmen denkbar. Unternehmen sind derzeit günstig zu haben", meint Sommerer. Allerdings sei die Liste jener Unternehmen, deren Akquisition strategisch Sinn mache, nicht besonders lang. Darüber hinaus verfüge auch AT&S aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung nicht über unbegrenzte Mittel, wie am Aktienkurs des Unternehmens abzulesen sei. Mit einem Minus von 5,43 Prozent zum Vortag und einem Wert von 2,96 Euro bei Redaktionsschluss dieser Meldung (13:45 Uhr) bewegt sich das Papier um seinen historischen Tiefststand. Die wirtschaftlichen Turbulenzen seit Ausbruch der Finanzkrise sowie aus den Kapazitätsanpassungen am Volumsgeschäft resultierende Einmalkosten ließen den AT&S-Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent einknicken. Ein konkreter Ausblick auf das Gesamtjahr sei in Hinblick auf das Marktumfeld nicht möglich. AT&S versteht den Prozess der Marktbereinigung jedoch als positiven Effekt aus der Krise. Kunden würden die Anbieter und potenziellen Vertragspartner zur Zeit sehr genau unter die Lupe nehmen. "AT&S profitiert davon und geht davon aus, als Sieger aus dieser Entwicklung hervorzugehen", schließt Sommerer.

Die Pressekonferenz wurde von ptv, dem WebTV von pressetext, live über die Homepage von AT&S http://www.ats.net übertragen.

(Ende)

Aussender: pressetext.austria
Ansprechpartner: Manuel Haglmüller
Tel.: +43-1-811-40-315
E-Mail:
pressetext.austria
   
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